MAIDUGURI
AP

Ein Kampfflugzeug des nigerianischen Militärs hat irrtümlich ein Flüchtlingslager bombardiert und dabei mehr als 100 Menschen getötet. Außerdem seien Mitarbeiter der Organisation Ärzte ohne Grenzen und des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz verwundet worden, sagte ein mit den Rettungsarbeiten betrauter Regierungsbeamter am Dienstag der Nachrichtenagentur AP. Ein IKRK-Mitarbeiter erklärte hingegen, 20 Freiwillige seiner Organisation seien unter den Toten.

Militärkommandeur Lucky Irabor sagte, das Kampfflugzeug sei im Nordosten Nigerias im Einsatz gegen die Terrorgruppe Boko Haram gewesen. Er habe den Angriff in Rann auf der Basis von Informationen angeordnet, dass sich an einer bestimmten Stelle Boko-Haram-Rebellen versammelten. Es sei jedoch zu früh zu sagen, dass taktische Fehler begangen wurden. Die Luftwaffe bombardiere nicht absichtlich Zivilisten. Zu dem Vorfall wird es nach Angaben des Militärs eine Untersuchung geben.

Ärzte ohne Grenzen erklärte, man habe bislang 50 Tote gezählt. 120 Verletzte würden behandelt. Sprecher Etienne l’Hermitte drängte die Behörden zu Evakuierungen. Im Kamerun und im Tschad stünden Mediziner zur Behandlung der Verwundeten bereit.

Es ist das erste Mal, dass das Militär Nigerias sich zu einem solchen Fehler bekennt. Bereits in der Vergangenheit meldeten Dorfbewohner Opfer unter Zivilisten bei den fast täglichen Bombenangriffen im Nordosten des Landes.