LUXEMBURG
PASCAL STEINWACHS

Doch „Geheimarchiv“ in Senningen - Bodry bleibt Präsident des SREL-Untersuchungsausschusses

Wie die Mitglieder des parlamentarischen Untersuchungsausschusses Geheimdienst gestern Nachmittag bei ihrer nunmehr bereits zweiten Visite im Senninger Schloss innerhalb von zwei Tagen herausfanden, lagern dort wohl nicht nur Sicherheitskopien der Originalakten vom SREL-Sitz an der Route d‘Esch.

So fanden die Abgeordneten gestern bei Stichproben Mikrofilme, die sich nicht im Hauptarchiv befinden, derweil andere Akten wiederum unvollständig waren. Nach der Besichtigung der Ausschussmitglieder wurde das Archiv in Senningen wieder versiegelt.

Vertraulichen Vernehmungsprotokollegehen nun auch an Justiz

Am Vormittag hatten die Abgeordneten derweil beschlossen, dem Antrag der Staatsanwaltschaft Rechnung zu tragen und die Vernehmungsprotokolle der beiden Ex-SREL-Agenten Schneider und Kemmer, die „à huis clos“ befragt wurden, nun doch an die Justiz weiterzureichen - dies nach einer „kontroversen Diskussion“, wie Kommissionspräsident Alex Bodry (LSAP) unterstrich.

Bodry bleibt übrigens auch weiterhin Vorsitzender des SREL-Untersuchungsausschusses, nachdem es am Montag vonseiten verschiedener Stellen geheißen hatte, Bodry habe von der Existenz des Geheimarchivs in Senningen gewusst und müsse deshalb zurücktreten.

Die Mitglieder des Untersuchungsausschusses hatten am frühen Nachmittag indes bereits einen weiteren unabhängigen Geheimdienstexperten angehört, diesmal den französischen Experten für Wirtschaftsspionage, Bernard Carayon, für den Nachrichtendienste in der heutigen Welt unumgänglich sind.

Doch Druck von Luc Frieden?

Radio 100,7, das am Montag berichtet hatte, der damalige Justizminister Frieden habe zwischen 2002 und 2007 ein paarmal auf die Einstellung der „Bommeleeër“-Affäre gedrängt, was der Minister noch am selben Tag auf RTL Radio dementiert hatte, bleibt seinerseits bei seiner Version. Zwei bestens informierte Personen aus dem Justizmilieu hätten gestern noch einmal bestätigt, dass Frieden mehr als einmal auf die Schließung der „Bommeleeër“-Akte gedrängt habe. „Wann de Minister haut mecht, wéi wann hien alles gemaach hätt, fir datt d’Wourecht erauskënnt, da muss ee platzen“.