LUXEMBURG
JEFF KARIER

„True Brew Trade“ hat sich auf den Import von Biobier sowie besonderen Biersorten spezialisiert

Der Trend hin zum Organischen und Biologischen ist auch beim Bier zu finden. Weltweit gibt es jedoch vergleichsweise wenige Bierbrauereien, die sich dieser Philosophie verschieben haben. Der Bierimporteur Patrick de Goede hat sich mit seinem Unternehmen „True Brew Trade“, das er 2014 gegründet hat, auf den Import solcher Biere spezialisiert.

„Bereits von Anfang an arbeite ich mit der österreichischen Brauerei Gusswerk sowie mit der Ökobrauerei Riedenburger zusammen“, erklärt de Goede. Beides seien Brauereien, die ausschließlich nach biologischen Maßstäben brauen. Eine weitere Brauerei, mit der de Goede eng zusammenarbeitet, ist „Black Isle Brewery“ aus Schottland. „Was diese drei Brauereien verbindet, ist, dass sie aus Überzeugung handeln und keine Trittbrettfahrer sind.“ Denn es würden zwar immer mehr Brauereien den Trend hin zum Biobier erkennen, jedoch würden diese dann nur ein solches Bier brauen und nicht ihre gesamte Produktion umbauen, um damit dann auch nachhaltig zu arbeiten. Für diese sei Bio nur ein weiteres Marketingmittel. „Den Schritt, alles auf Bio umzustellen, hat Riedenburger bereits vor 25 Jahren vollzogen und somit echte Pionierarbeit geleistet“, unterstreicht de Goede. Hierbei handele es sich außerdem um einen Familienbetrieb, der bereits in fünfter Generation geführt wird. Das „Brauhaus Gusswerk“ und „Black Isle Brewery“ sind hingegen noch recht junge Unternehmen.

In punkto Nachhaltigkeit ist besonders „Black Isle Brewery“ ein großartiges Beispiel. Hier wird nämlich ein ganzheitliches Konzept verfolgt. So wird etwa der Treber, wie die ausgelaugten Rückstände des Malzes genannt werden, als Viehfutter verwendet. Denn die Brauerei ist Teil eines Bauernhofs samt einigen Tieren. Deren Mist wird wiederum als Dünger für die Felder benutzt. „Ich war vor einigen Jahren selber auf dem Hof und habe auch so ihr Bier kennengelernt.“

Kein Wunsch bleibt offen

Die Besonderheit beim „Brauhaus Gusswerk“ ist hingegen die unglaubliche Vielfalt an Bieren, die sie im Programm haben. Mehr als 25 Bier stellen sie her. Angefangen bei hellem Pils, über trübes Weizenbier bis hin zu Irish Dry Stout, IPA oder extremes Starkbier mit überzehn Prozent Alkohol. Aber auch alkoholfreies Bier sowie Radler und Bier ohne Gluten werden vom „Brauhaus Gusswerk“ gebraut.

De Goede importiert aber nicht nur Bier von rein organisch arbeitenden Brauereien, sondern auch von kleineren Brauereien, die sehr besondere Biere bieten. „Diese sind zum Teil etwas speziell, weshalb sich der luxemburgische Markt noch recht schwer mit diesen tut“, erklärt de Goede. Ein Beispiel dafür ist die Brauerei „Jopen“ aus den Niederlanden. „Diese greifen historische Rezepte aus dem Mittelalter auf, die sie etwa in Archiven finden.“ „Koyt“ ist beispielsweise solch ein Bier, das auf einem Rezept aus 1407 basiert und ohne Hopfen gebraut ist. Stattdessen werden Kräuter verwendet, die dem Bier ein besonderes Aroma geben.

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