BAD MONDORF
PATRICK WELTER

„Mondorf Domaine Thermal“ - Breit aufgestellt und für die Zukunft gerüstet

Die „Domaine Thermal“ ist zum Kuren da, dort schickt einen die Krankenkasse zur Generalüberholung hin - so die Überzeugung vieler Luxemburger. Diese Sicht auf das Mondorfer Thermalbad ist nicht ganz falsch, deckt aber nur einen winzigen Aspekt der vielfältigen Angebote der „Domaine Thermal“ ab.

Privatwirtschaftlich geführte Anstalt des Öffentlichen Rechts

Nicht nur das Angebot, sondern auch die Struktur des Thermalbetriebs ist nicht leicht zu durchschauen: Einerseits Anstalt des Öffentlichen Rechts, andererseits ganz und gar als privatrechtliches Unternehmen geführt. Im Gegensatz zur kommunalen Konkurrenz à la „Les Thermes“ oder PIDAL ohne Anrecht auf Subventionen. Das Thermalbad Mondorf bietet, neben dem Kurbetrieb mit allen Herausforderungen des Gesundheitswesens, einen Hotelbetrieb für gehobene Ansprüche, mit Wellness und Bäderlandschaft, mit 1.800 Quadratmeter-Fitnesszentrum mitsamt Fachpersonal, und darüber hinaus noch ein Konferenz- und Eventzentrum, das auf MICE-Tourismus setzt. Nicht zu vergessen einen Kurpark, der als Erholungs- und Veranstaltungsort dient.

Hohe Investitionen

Aufsichtsratspräsident Paul Hammelmann und Generaldirektor Pierre Plumer stellten gestern eine entsprechend aufgefächerte Jahresbilanz 2014 der „Domaine Thermal“ vor. Wobei das Jahr 2014 mit einer „Roten Null“ abgeschlossen wurde, der Verlust betrug bei einem Gesamtumsatz von 23.989.000 Euro rund 115.000 Euro. Dazu ist aber anzumerken, dass das Mondorf Parc Hotel, das zum Thermalbad gehört, schon Ende 2014 wegen Renovierung geschlossen war. Für 2015 ist ebenfalls mit einem Verlust zu rechnen, da das Hotel offiziell bis Mitte Juli wegen der Umbauarbeiten geschlossen war. Es wurden erhebliche Summen investiert, neben dem Hotel flossen auch 2,9 Mio. Euro in den Bereich Wellness und Fitness des Thermalbades.

Die Krise gut gemeistert

Hart getroffen wurde die „Domaine Thermal“, laut Paul Hammelmann, von den Folgen der Krise 2008, da die Zahl der Firmenevents und -kongresse dramatisch zurückgegangen sei. Nach 2008 habe man schwierige Jahre erlebt, auch durch den zeitweise heftigen Anstieg der Energiepreise sei man gebeutelt worden. Anderseits sei man stolz darauf, so Hammelmann, dass es zu keinen Entlassungen gekommen sei. Heute stehe man gut da, der Cashflow liege bei zwei Millionen Euro und die Personalkosten seien stabil. Auch die politische Entscheidung, dass die Patienten des Kurbetriebs einen Eigenanteil von zwanzig Prozent tragen müssen, habe keinen negativen Einfluss auf die Bilanz gehabt. Die Zahl der Kurgäste ist seit Jahren stabil, sinkt aber prozentual zur wachsenden Bevölkerung. In Sachen Gesundheitspolitik sei es auch so, dass man eher der Politik Vorschläge macht als umgedreht, so Direktor Plumer.

Dreihundert Mitarbeiter

Die Personalkosten für die rund 300 Mitarbeiter, von denen nur noch wenige aufgrund ihres Dienstantritts vor Jahrzehnten verbeamtet sind, lagen 2014 bei 13,9 Mio. Euro und machen den größten Kostenfaktor aus.

Paul Hammelmann bedauert, dass die vielfältigen Angebote des Thermalbades über den Kurbetrieb hinaus, dazu zählen der Spa und Saunabetrieb mit dutzenden Varianten, der Bereich Wellness und Fitness mit verschiedenen Schwimmbädern und das Hotel mit seiner hochgelobten Gastronomie - das Restaurant „Jangheli“ erreicht 16 von 20 Gault-Millau-Punkten - im Bewusstsein der Luxemburger nicht richtig ankommen.

Das Prinzip des Thermalbades Mondorf sei es den luxemburgischen Gästen „Urlaub für einen Tag“ zu bieten.