ESCH-ALZETTE/LUXEMBURG
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Großherzog Henri würdigt Erfolg des BENU-Village mit seinem Besuch

Was man nicht alles aus nichts machen kann. Wobei „nichts“ für angeblich Wertloses und Verbrauchtes steht. Das „BENU-Village“ in Esch zeigt aber, dass es auch ganz anders geht und macht eben aus dem vermeintlichen „Nichts“ ganz Neues.

Davon überzeugte sich gestern auch Großherzog Henri als er das BENU-Village in Esch besuchte.

Man muss es einfach mal probieren

Die Nutzung von Altem, um etwas Neues daraus zu machen, ist keine Erfindung der Jetztzeit und es bedarf auch keiner wissenschaftlich ausgeklügelten Anleitung zum Recycling. Einfach mal machen reicht. Der gemeinnützige Verein „BENU Village Esch“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, zu zeigen, dass Kreislaufwirtschaft sowohl technisch, als auch künstlerisch und vor allem sozial funktioniert.

Der Vereinsname BENU ist übrigens doppelt Programm. Zum einen ist es der Name eines mythischen ägyptischen Vogels, der sich durch einen Flug in die Sonne selbst erneuert - analog zum deutlich theatralischeren Phoenix - und damit ein Kreislauf-Symbol ist. Zum anderen fordert die englische Aussprache des Vereinsnamens „Be new!“ dazu auf, die Richtung des Denkens zu ändern. BENU wird von der Stadt Esch und dem Nachhaltigkeitsministerium gefördert. Langfristig soll sich der Verein selbst tragen, vor allem durch seine Schneiderwerkstatt. Dort entstehen aus abgelegten Kleidern neue Designerkreationen. Das Medienecho auf diese außergewöhnliche Mode war gewaltig und wurde in zahlreichen Sendungen und Berichten in den Nachbarländern vorgestellt.

Das Pilotprojekt mit internationalem Ruf

Um die Machbarkeit zu unterstreichen, dem Anliegen ein Gesicht zu geben und der vereinseigenen Schneiderwerkstatt und einem Büros des SNJ Raum zu geben, stand zunächst das Pilotprojekt von „BENU“ auf dem Place de la frontière, nur wenige Schritte entfernt vom zukünftigen Standort des „Village“. Ein Haus aus „Abfall“, das zeigt, dass es nur ganz wenig echten Abfall gibt. Das dreigeschossige Haus besteht im Kern aus neun ausgemusterten 40-Fuss-Seecontainern. Auf der Außenseite kommt Miscanthus und im Inneren unbehandelte Schafwolle als Dämmmaterial zum Einsatz. Während das Gebäude im Kern von Profis errichtet wurde, haben Künstler jeden Alters aus dem ganzen Land und der Grenzregion die Außengestaltung übernommen.

Mittlerweile gibt es auch ein BENU-Catering, dass mit „weggeworfenen“ Lebensmitteln , wo das Ablaufdatum erreicht ist, oder es an Optik mangelt, sehr erfolgreich kocht. Davon konnten sich auch die Gäste gestern überzeugen.

Es geht weiter

Georges Kieffer, Vereinspräsident, konnte gestern schon Großherzog Henri die nächste Schritte auf dem Weg zu einem echten „Village“ vorstellen. Seit einigen Monaten wird nun, wie von Anfang an geplant, auf einer Brache zwischen „Grenz“ und „Brill“ gebaut. Wieder mit den BENU-typischen Mitteln: Altes bewahren, angeblich Wertloses auf eine neue und vielleicht völlig andere Art verwerten und mit dem was bei anderen übrig blieb etwas Sinnvolles schaffen.