ECHTERNACH INGO ZWANK

„Konzept Echternacher See“: Wie Tourismus und Ökologie Hand in Hand gehen

Er hat eine Fläche von rund 27 Hektar und es gibt ihn seit 1973: Die Rede ist von Echternacher See, dem zweitgrößten stehenden Gewässer im Großherzogtum. „Und den wollen wir in touristischer und ökologischer Hinsicht optimal nutzen“, erzählt der zuständige Schöffe der Abteistadt, Ben Scheuer. Ganz grob heißt das: Die linke Seite wird mehr touristisch, „eLake oder auch Beachvolleyball sind da nur zwei Highlights auf dem Plan“, die rechte ökologisch und erzieherisch genutzt. Und das trägt auch schon Früchte. Im Rahmen des „urban gardening“ am See wurden nun 24 Parzellen im Sinne von Schrebergärten angelegt, wo bereits der erste Salat sprießt, „die waren auch sehr schnell verpachtet“, berichtet der zuständige Förster Tom Müller. Wasser und Strom werden den Gärtnern zur Verfügung gestellt, ebenso ein kleiner Unterstand „samt Fledermausbehausung unterm Dach“, sagt Müller und verweist darauf, dass das ganze Holzmaterial aus dem eigenen Gemeindebestand stammt.

Insgesamt wurde so zurzeit ein Hektar Gartenfläche ausgewiesen, „wir können aber durchaus auf zwei bis drei Hektar erweitern“, erzählen die Initiatoren, sollte denn das Interesse entsprechend steigen. Ebenso ist ein Schwimmteich in der Planung, doch hier muss noch mit dem Ministerium weiter verhandelt werden, die Pläne sind auf jeden Fall schon fertig. „Doch es ist so, dass wir über vier Jahre Wasserproben ziehen müssten und das Ministerium Bedenken äußerte, ob wir die ganzen Leute hier am See dann verkraften würden“, berichtet Scheuer. Dabei ist bereits heute die Wasserqualität im See gut, „erst vor kurzem hat das Wasserwirtschaftsamt Proben genommen und dies bestätigt“, so Müller. Dies bedeutet natürlich, dass sich die Landwirtschaft rund um den See entsprechend anpassen muss, „wie wir auch“, sagt Müller und verweist auf weitere Highlights im Rahmen des ökologischen Parts am See. Wie das Bienenhaus mit seinen sechs Völkern samt Schaukasten, „unerlässlich für unseren angelegten Bongert.“ Der ist übrigens mit den alten Luxemburger Apfelsorten bepflanzt und wird als Sorten-Genpool dienen.

Müller präzisiert: „Demnächst werden wir hier auch noch den längsten Spielplatz in Luxemburg errichten.“ Dabei gehen die Eltern über den befestigten Weg, die Kinder aber können über Steine und Bäume klettern, „die wir entlang des Weges - inklusive Wasser - als Erlebnispfad positionieren. Der wird eine Länge von rund einem Kilometer haben. Dass man solche Projekte nicht so einfach aus dem Ärmel schütteln kann, dürfe klar sein: „Bei der Idee und der Umsetzung da sitzen wir“, sagt Förster Müller, doch in der Mitte muss er auf die Politik und die notwendigen Gelder zur Realisierung hoffen, und das hat bisher immer im Rahmen geklappt und „diese Investitionen bringen bekanntlich der ganzen Region etwas.“
www.echternach.lu