HOSINGEN
CORDELIA CHATON

Seit Chauffage Sanitaire Barthel mit einer App arbeitet, steigt die Zahl der Kunden

Wenn ein Kundenberater von Barthel im Gespräch danach fragt, wie hoch das Budget für das neue Bad ist und welche Vorstellungen es gibt, staunen die Klienten häufig. Denn sie erhalten noch im gleichen Gespräch ein Angebot. Die Folge: Viele Kunden entscheiden sich sofort.

Barthel ist ein Familienunternehmen, das in der zweiten Generation geführt wird, vergangenes Jahr sein 20-jähriges Jubiläum feiert und an zwei Standorten 66 Mitarbeiter beschäftigt. Armin Lux und Daniel Barthel, die mit Stephanie Lux jetzt gemeinsam die Geschäfte führen, erzählen, wie es zur Digitalisierung im Sanitärbereich kam.

„Wir hatten vor zwei Jahren einen sehr geschickten Studenten der Versorgungstechnik als Aushilfskraft“, berichtet Barthel. Der hat die Prozesse automatisiert und die App entwickelt. In den vergangenen zwei Jahren haben wir immer weiter daran gefeilt.“

Die App sieht jetzt drei Kategorien von Preissegmenten bei Bädern vor. „So können wir direkt auf die Wünsche der Kunden eingehen. Viele haben ja auch konkrete finanzielle Vorstellungen“, berichtet Armin Lux. Die Preise für ein neues Bad bewegen sich ganz grob zwischen 30.000 und 100.000 Euro. Darin ist dann alles enthalten. Die App wirkt nicht nur professioneller auf die Kunden, sie spart auch viel Zeit. Die Berater müssen nicht mehr im Betrieb vorbei, um Rechnungen anzustellen und diese dann wieder mit den Kunden zu besprechen. Sie fahren nach dem Termin nach Hause. Auch das kommt gut in der Belegschaft an; ebenso wie die Tatsache, dass jetzt alle mit Laptop und Handy ausgerüstet sind. Wird ein Auftrag angenommen, verläuft alles automatisch. Jeder im Unternehmen kann den Auftrag einsehen und Teile können rasch bestellt werden. Die Fehlerquote durch das Übertragen handschriftlicher Informationen sinkt. Vor allem aber: Die Kunden bestellen schneller, fühlen sich sicher. Die Zahl der Aufträge nimmt zu.
Die Erfahrungen sind so positiv, dass Barthel jetzt an einer zweiten App feilt: Für den Heizungsbereich. „Das ist etwas komplizierter, weil es Öl-Gas-Pellets, Wärmepumpen und vieles mehr gibt“, berichtet Barthel. „Die Haustechnik ist variabler als das Bad, weil hier auch noch Faktoren wie Solarpanele, die Größe und anderes hinzukommt.“

Was man machen kann und was andere machen erfährt die Geschäftsleitung von Barthel in einem Arbeitskreis. Diesem gehören rund 250 Unternehmen an. „Wir sind als einziges Luxemburger Unternehmen dabei, es gibt auch einen Schweizer und viele Deutsche, aber keinen Konkurrenten“, erklärt Stephanie Lux. Der Austausch ist interessant. Mittlerweile fragen die anderen Unternehmen nach den Erfahrungen von Barthel mit der App. „Wir geben Ratschläge und Tipps“, sagt Barthel, der nicht vorhat, die betriebseigene App zu vertreiben. Im Kerngeschäft ist auch so genug zu tun.

Die Geschäftsleitung hat noch viel vor. Angebote für einen Heizungskesseltausch oder Neueinbau ließen sich ebenfalls per App vereinfachen. Dann wären alle Geschäftsbereiche von Heizung über Lüftung bis zum Sanitärbereich im Angebotsbereich digitalisiert. Die Digitalisierung reicht jedoch weiter. So werden Stundenabrechnungen jetzt digital eingebucht. „Das wird dann für die Rechnung direkt übertragen“, berichtet Armin Lux. Auch Wartung, Störungen  oder anderes sind auf Wunsch digitalisiert und automatisiert. „Im Idealfall werden wir gewarnt, wenn die Heizung nicht läuft, stellen sie hier vor Ort am PC ein und schicken dann die Rechnung per Mail raus“, sagt Stephanie Lux. „So können wir Störungen schnell behandeln, bevor Schäden entstehen, weil der Kunde beispielsweise im Urlaub ist.“ Die Digitalisierung hat wegen der Verfolgbarkeit und Automatisierung auch einen positiven Einfluss auf das Management der Verbindlichkeiten. Die Mitarbeiter finden die Digitalisierung gut, sie erleichtert ihnen die Arbeit. Doch Barthel legt nicht nur darauf Wert, sondern auch auf eine sehr gute Ausbildung. Nicht umsonst wurde das Unternehmen 2019 als bester Ausbildungsbetrieb ausgezeichnet. Wer durch die Räume am Sitz in Hosingen geht, merkt schnell, dass alles strukturiert und durchdacht ist. Eine klare Organisation zeigt sich nicht nur in der Digitalisierung.

heizung-barthel.lu