LUXEMBURG
ANNETTE WELSCH

Aktionsplan zur Förderung der Bio-Landwirtschaft bekommt mehr Mittel

Premierminister Xavier Bettel hatte bei den „assises de l’Agriculture“ noch festgestellt, dass es an der Zeit wäre, mehr Lebensmittel aus biologischem Anbau zu produzieren. Supermärkte würden danach fragen und sich beklagen, dass sie nicht genug aus Luxemburg stammende Bio-Produkte finden würden. Nach Meinung der Grünen-Abgeordneten Henri Kox und Gérard Anzia wäre der Aktionsplan zur Förderung der Bio-Landwirtschaft das angemessene Instrument, auf diese Situation zu reagieren.

Sie wandten sich in einer parlamentarischen Frage an Landwirtschaftsminister Fernand Etgen (DP) und wollten wissen, ob der Plan wieder aufgelegt würde, welche Ziele mit welchem Finanzrahmen er verfolge und wie es um die Beratung für Landwirte stehe, die den Übergang zum biologischen Anbau anstrebten.

Zurück zum Ursprung: Neue Projekte initiieren und den Start finanzieren

Besagter Aktionsplan bestehe seit 2009 und werde auch in den nächsten Jahren weiter verfolgt, antwortete gestern der Minister. Er füge sich in die generelle Politik ein, die nachhaltige Bewirtschaftung mit all ihren Facetten zu unterstützen - darunter auch die Bio-Landwirtschaft. Verschiedene finanzielle Maßnahmen, die bislang ausschließlich über den Budgetposten für besagten Aktionsplan liefen, würden nun aber von anderen Beihilferegelungen übernommen, wie denen generell für Qualitätsprodukte, für Investitionen, für landwirtschaftliche Beratung oder für Konsumentenschutz.

Das betreffe Versuchsfelder, die Einrichtung eines Netzwerks an Muster-Höfen, Informationssitzungen über den Übergang auf biologischen Landbau oder auch Informationen an Kantinenbetreiber über die Verwendung von Bio-Landwirtschaftsprodukten.

So könnte ein Teil des Budgets für den Aktionsplan wieder für das hergenommen werden, wofür es gedacht war: Neue Projekte zu initiieren und deren Start zu unterstützen, wie die Vermarktung von Rindfleisch oder die Entwicklung und Produktion von Obst und Gemüse sowie generell neue Konzepte für den Anbau, die Weiterverarbeitung und die Vermarktung der verschiedenen Produkte biologischer Höfe in Luxemburg zu fördern. 72.400 Euro waren für den Aktionsplan zur Förderung der Bio-Landwirtschaft im engen Sinn im Jahr 2016 vorgesehen. 104.100 Euro wurden im Budget 2017 provisorisch angefragt.

Daneben gibt es noch weitere staatliche Maßnahmen, um die Bio-Landwirtschaft anzukurbeln (siehe Kasten).

Die Beratung für angehende Bio-Bauern wurde neu definiert

Was nun die Beratung zum Übergang auf Bio-Landbau anbelangt, so wurden in den letzten zwei Jahren im Ministerium zusammen mit den betroffenen Kreisen sechs Beratungs-Module ausgearbeitet. Die Beschreibung, die Ziele und Mindestinhalte der einzelnen Module, die Höhe und die Maximal-Beihilfe, die Dokumente, die dem Beratenen übergeben werden müssen, die Minimalqualifikation des Beraters und die dafür übliche Arbeitszeit wurden für jedes einzelne Modul definiert.

Eine spezifische Beratung ist zudem für jeden vorgesehen, der seine ersten Erfahrungen in der biologischen Landwirtschaft machen möchte. Das IBLA wurde herausgesucht, um das Beratungssystem 2016 zu verwalten. Die Beihilfe für die Beratung wird aufgrund der Zahl der Dienstleistungen, die bei den Bauern und Winzern geleistet wurden, berechnet. Sie werden zu 80 oder zu 100 Prozent vom Staat übernommen.