LUXEMBURG
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Statec: Luxemburg bräuchte 243.000 bis 324.000 zusätzliche Wohnungen bis 2060

Dass die Lage am Wohnungsmarkt angespannt ist, ist kein Geheimnis: das Angebot kommt der Nachfrage schon lange nicht mehr hinterher. Konsequenz sind vor allem steigende Wohnungspreise und immer mehr Haushalte, die trotz staatlicher Unterstützungen vom normalen Wohnungsmarkt ausgeschlossen werden. Die Politik sucht händeringend nach Lösungen, um die Lage zu entschärfen. Eine gestern veröffentlichte Prognose des Statec unterstreicht die Notlage noch stärker.

Zwischen 5.653 und 7.526neue Wohnungen jährlich

Das nationale Statistikinstitut hat nämlich berechnet, dass bis 2060 zwischen 243.000 und 324.000 neue Wohnungen gebraucht werden. Die Spanne hängt vom Wirtschaftswachstum ab. Die erstere Zahl gelte bei einem Nullwachstum. In diesem Szenario würde die Zahl der Haushalte bis 2060 auf 462.380 wachsen, gegenüber 253.000 heute.

Würde das Bruttoinlandsprodukt bis 2060 um 4,5 Prozent wachsen, dann würden 538.547 Haushalte gezählt. Bei Nullwachstum müssten im Jahresdurchschnitt 5.653 Wohnungen gebaut werden, bei 4,5 Prozent Wachstum 7.526. In jedem Fall eine riesige Herausforderung, denn heute kommen jährlich rund 3.200 Wohnungen auf den Markt.

Der Statec weist darauf hin, dass die Zahl der Haushalte nicht nur durch die wirtschaftliche Attraktivität des Landes wächst, sondern auch durch die demografische Alterung und gesellschaftliche Umbrüche. In der westlichen Welt schrumpft die Größe der Haushalte und wird es auch weiter tun. Werden heute noch durchschnittlich 2,18 Personen in einem Haushalt gezählt, dürften es 2060 2,08 sein. Außerdem steigt die Zahl der Alleinstehenden.

Der Umstand, dass die Scheidungsrate steigt, dürfte einer der Gründe dafür sein. Aber auch die steigende Lebenserwartung erklärt zum Teil die steigende Zahl der Haushalte.