LUXEMBURG
BIBA HOMSY

„Blockchain” ist in aller Munde. Selbst die Regierung arbeitet daran, die Technologie im Rahmen der administrativen Vereinfachung einzusetzen. Dies, um die Behörden effizienter und schneller zu machen. Biba Homsy, Vizepräsidentin von „LëtzBlock“, erklärt, wie die Technik funktioniert, was sie leisten kann und wo ihre Grenzen liegen.

„Viele hören von Blockchain, ohne zu wissen, was die Technik im alltäglichen Leben leisten kann. Das kann man mit der Frühzeit des Internets vergleichen, wo viele auch noch nicht wussten, was diese Technik für sie bedeuten würde. Blockchain basiert auf sogenannten Blöcken, die aus Daten bestehen, die nicht modifiziert werden können. Jeder dieser Datenblöcke folgt aufeinander in einer Kette. Diese Kette wird innerhalb eines Netzwerkes repliziert. Jeder im Netzwerk hat damit gleichzeitig sämtliche Informationen wie auch die gesamte Geschichte dieser Informationen. Da jeder die gleichen Informationen hat, können diese nicht verändert werden. Denn dazu müsste man die gesamte Geschichte sämtlicher Blöcke bei jedem Nutzer modifizieren.

Man kann öffentliche und private Blockchains haben. Ein Beispiel für öffentliche Blockchains ist die Kryptowährung ‚Bitcoin‘. Ein privater Blockchain kann von jenen, die ihn einführen, kontrolliert und gemanagt werden. Das ist auch eine Art Blockchain, auf die die Regierung im Rahmen der Behörden zurückgreifen könnte. Es lastet ein oft großer Druck auf den Behörden, um Transparent zu sein und die Daten zu kontrollieren, die sie haben.

Blockchain ist nicht unbedingt eine Lösung für alle Probleme. Aber es gibt Bereiche, in dem die Technik viel erreichen kann. In den Administrationen gibt es personenbezogene Datensätze, die für verschiedene Operationen gebraucht werden. Dazu gehören beispielsweise Geburtsurkunden oder das ‚Certificat de Résidence‘. Diese Zertifikate und Informationen können mithilfe einer Blockchain verarbeitet werden. Zusätzlich gibt es dann die Möglichkeit eines ‚Smart Contracts‘, die automatische Bestätigung bestimmter Aktionen innerhalb der Blockchain.

Nehmen wir an, jemand möchte seine Geburtsurkunde anfragen. Wenn man als Nutzer bestimmte Daten vorweist, würde das System einem ein solches automatisch aushändigen, ohne dass sich jemand darum kümmern müsste. Beim Grundbesitz kann man beispielsweise auch die Geschichte der Landesfläche über dieses System überprüfen. Das System könnte auch beim Gang zur Wahlurne von großem Wert sein, könnte so die Identität mit Leichtigkeit überprüft werden. In der Gesundheitsversorgung könnte Blockchain dazu beitragen, ein System des ‚Tiers payant‘ effizient und schnell umzusetzen. Mit diesem System wäre auch ein Grundstein für die ‚Smart Cities‘ gelegt.

Perfekt ist aber auch die Blockchain-Technik nicht. Bei weitem nicht jede informatische Herausforderung lässt sich damit lösen. Man muss klären, wer Zugriff auf die Blockchain hat, wer alles damit umgehen kann und es gibt klare Grenzen dafür, inwiefern die Bürger ihre Daten korrigiert, modifiziert oder sogar gelöscht bekommen können.  Das aktuelle Datenschutzgesetz gesteht den Bürgern jedoch diese Rechte zu. Man kann jedoch keine Informationen aus der Blockchain löschen, man kann sie höchstens unlesbar machen.“