LUUXEMBURG I CONNY REICHLING

Weltweit sind 57 Prozent der Frauen, die der Müttersterblichkeit zum Opfer fallen, in Afrika zu finden. Von den mehr als drei Millionen Neugeborenen, die jedes Jahr sterben, treten 99 Prozent aller Todesfälle in Entwicklungsländern auf. Conny Reichling, Direktorin für Kommunikation und Spendenverwaltung der „Fondation Follereau Luxembourg“ (FFL), erklärt, wie die Stiftung in Westafrika junge Mütter stärkt.

„Die ‚Fondation Follereau‘ engagiert sich für benachteiligte Frauen und Kinder, indem sie Gesundheitsinfrastrukturen aufbaut, die allen zugänglich sind, Frauen und ihre Familien zu Themen über Mutter- und Kindgesundheit sensibilisiert und sich ebenso gegen die Praxis der weiblichen Genitalverstümmelung einsetzt, indem sie die Gemeinden aufklärt und Betroffenen ärztliche und psychologische Hilfe anbietet. Die Stiftung überwacht ebenso die Qualifizierung des Gesundheitspersonals und dessen ständige Weiterbildung vor Ort. Zusätzlich bietet die Stiftung Möglichkeiten und Zukunftsperspektiven für junge Frauen und Mädchen, in dem sie sich für den Aufbau von (Fort-)Bildungsprogrammen und Alphabetisierungskursen einsetzt.

Größere Projekte zur Frauen- und Kindgesundheit hat die Fondation seit mehr als zehn Jahren gezielt aufgebaut, vorher war die Unterstützung der Frauen meist Teil der Programme, stand also nicht im alleinigen Fokus. Diese größeren Programme laufen in Zusammenarbeit mit lokalen Partnern in den Ländern Benin, Burkina Faso, Mali und Togo. In den Programmen ist die Impfung von Kindern und Schwangeren enthalten, zudem eine Aufklärung zum Schutz vor Dengue-Fieber, Malaria und Cholera. Auch werden alle Basisinformationen zur Pflege des Kindes und zur guten Ernährung der Frau während der Schwangerschaft vermittelt. In anderen Projekten werden Mädchen, die früh Mutter werden, indirekt unterstützt: Wenn Sie etwa in der Elfenbeinküste ihren Schulabschluss oder ihre Lehre machen, wird den jungen Müttern geholfen, damit sie die Ausbildung auch mit Kind beenden können.

Für unsere Projekte benötigen wir immer finanzielle Mittel. Woran es aber vor allem hapert, ist, dass die Leute nicht ins Gesundheitszentrum gehen wollen. Das kann verschiedene Gründe haben: Es kann zu weit weg sein, die Familie hat Vorbehalte, andere vertrauen mehr den Heilern als der modernen Medizin, andere empfinden Furcht oder Scham. Um diese Probleme zu beheben, starten wir viele Sensibilisierungskampagnen: Die Ärzte führen in den Dörfern Impfkampagnen durch oder zeigen Schwangeren die Vorteile des mobilen Ultraschalls. Wenn die Barriere einmal gefallen ist, kommen die Leute leichter in die Gesundheitszentren. Es reicht, wenn ein Dorfbewohner hingeht und erklärt, dass er sich hinterher besser fühlt. In Togo haben wir die Gesundheitszentren erst im Jahr 2014 ins Leben gerufen, daher gibt es dort noch viel Bedarf.”