LUXEMBURG
YVAN DEVAUX

Zu kardiovaskulären Erkrankungen, auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen genannt, gehören unter anderem Bluthochdruck, Herzinfarkt und Schlaganfall. Sie betreffen einen Großteil der Bevölkerung und müssen deshalb noch besser erforscht werden, meint Dr. Yvan Devaux, Präsident von „Cardiolinc“.

„Kardiovaskuläre Erkrankungen sind die häufigsten Gründe für Sterbefälle in modernen Ländern. Das trifft somit auch auf Luxemburg zu. Diese sind zum großen Teil auf modifizierbaren Risikofaktoren zurückzuführen. Dazu zählen etwa eine schlechte Ernährung, zu wenig Bewegung sowie der Konsum von Tabak und Alkohol. Laut einer Studie der ‚Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung‘ (OECD) von 2014 waren kardiovaskuläre Erkrankungen verantwortlich für 35 Prozent der Todesfälle von Frauen in Luxemburg. Bei den Männern lag dieser Anteil bei 28 Prozent.

Diese Zahlen unterstreichen, dass es sich hierbei um ein akutes öffentliches Gesundheitsproblem handelt. Außerdem kann man durchaus von einer ‚Epidemie‘ sprechen, denn die Zahl der Fälle ist steigend. Daher ist die Forschung sehr wichtig. Zur Behandlung brauchen wir nämlich neue Medikamente und neue Strategien. Im Besonderen brauchen wir neue Methoden um eine personalisierte medizinische Behandlung für Patienten umzusetzen. Dies ist erforderlich, da jede Person und jeder Krankheitsverlauf anders ist. Aktuell werden jedoch quasi alle Patienten gleichbehandelt. Das ist aber nicht erfolgversprechend. Auf dieser Forschung liegt der Hauptfokus der Abteilung ‚Cardiovascular Research Unit‘ die ich am ‚Luxembourg Institute of Health‘ leite.

Auf einer internationalen Tagung zum Thema kardiovaskuläre Erkrankungen 2014 kam ich mit einigen Kollegen auf die Idee, ein weltweites Forschungsnetzwerk zu gründen, um die Forschung voran zu treiben. Denn ein Problem in der aktuellen Forschung ist es, Menschen zusammenzubringen und gemeinsam zu arbeiten. So haben wir 2014 das Netzwerk ‚Cardiolinc‘ gegründet. Damals waren wir lediglich acht Einrichtungen, die zusammenarbeiteten. Aufgrund der Attraktivität und Vorteile, die ein solches Netzwerk mit sich bringt, gehören heute 80 Mitglieder ‚Cardiolinc‘ an. Das sind sowohl akademische Einrichtungen als auch industrielle Partner aus 21 Ländern der Welt. Das Netzwerk beinhaltet auch industrielle Partner, da wir in unserer Forschung diese brauchen, um etwa ein neues Medikament zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

Weil wir als Netzwerk dieses enorme Wachstum erfahren haben, haben wir uns zu einer Non-Profit-Organisation umorganisiert. Seit dem 6. November 2017 sind wir hier in Luxemburg, wo wir auch unseren Sitz haben, als Asbl. eingetragen. Wir sind der Überzeugung, dass es einfacher und erfolgsversprechender ist, gemeinsam zu forschen, als jeder für sich allein. Denn durch eine enge Zusammenarbeit können wir der ‚Epidemie‘ der kardiovaskulären Erkrankungen entgegenwirken und Leben retten. Wenn Sie uns bei unserer Arbeit unterstützen wollen, können Sie dies über Spenden tun.

Informationen dazu finden Sie unter www.cardiolinc.org