CHRISTOPHE KREMER

Netzwerken nach innen und nach außen wichtig

„COOPERATIONS“ in Wiltz fördern seit 30 Jahren Inklusion von Menschen mit Behinderung. „COOPERATIONS“ besteht aus zwei Betrieben: „COOPERATIONS asbl“ fokussiert sich auf Kultur und Partizipation, der Betrieb „COOPERATIONS Société Coopérative“ bietet in den „Atelier Protégés“ Arbeit in Gastronomie, Kunst und Gartengestaltung. Christophe Kremer von „Société Coopérative“ erklärt, wie Projekte im „Atelier Protégé“ Inklusion fördern.

„Inklusion ist ein Thema, das bei uns eine immer größere Rolle spielt, wir haben sehr offene Werkstätten im ständigen Austausch mit dem Publikum und mit kulturellen Veranstaltungen wie der ‚Nuit des Lampions‘. Jedes unserer momentanen Projekte bietet ein inklusives Setting, hier verfolgen wir unsere Vision, dass jeder Mensch seine Qualitäten entfalten kann, auch und besonders Menschen mit Behinderung. Die Marke ‚DONO‘ haben wir im vergangenen November mit ‚Julie Conrad Designs Studio‘ und ‚Accentaigu‘ gegründet. In einer ersten Kollektion ging es darum, die alten Planen des Pont Adolphe zu recyceln, Menschen mit Behinderung übernehmen hier die Produktion von Handtaschen und Lampenschirmen. Wir haben auch im Prabbeli Wiltz unser Restaurant, das am 1. April mit neuem Namen und neuem Konzept wiedereröffnet. Hier arbeiten 15 Menschen mit Behinderung in der Küche und im Service. Das gleiche Atelier stellt ‚Ben&Dave’s‘ her, Luxemburgs einzige Bio-Kekse. Ein anderes Atelier unterstützt auf dem ‚Naturhaff‘einen Biolandwirt.

Ein weiteres Projekt nennt sich ‚Conex‘, in dem wir Menschen mit Behinderung zu ‚Botschaftern‘ für Inklusion machen. Wir haben im Integrationsbereich viel Erfahrung gesammelt und gemerkt, dass Menschen mit Behinderung ihren Platz auf dem ersten Arbeitsmarkt oft nicht behalten. In den Betrieben kommen sie nicht immer in Kontakt mit anderen Mitarbeitern, das erschwert den Verbleib in den Unternehmen und bedeutet soziale Verarmung. Bei uns gehen 60 bis 65 Menschen mit Behinderung einer festen Beschäftigung nach, aber in Firmen haben wir derzeit keine Personen vermittelt und in den vergangenen drei Jahren konnten wir pro Jahr nur eine Person vermitteln. Die Integration ist schwer, weil Unternehmer noch Angst vor diesem Thema haben, daher versuchen wir in dem Projekt ein Netzwerk auf- und Vorurteile abzubauen. Das Projekt ‚Conex‘ will Menschen mit Behinderung die Chance ermöglichen, dass sie nicht nur eine Ausbildung oder eine Stelle finden, sondern auch Kollegen, mit denen sie vielleicht Freundschaften schließen. Andererseits bleiben Kontakte aus dem bestehenden Netzwerk aus den Werkstätten erhalten. Netzwerken nach innen und nach außen ist Teil unseres Modells.

Derzeit können wir auf Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds zurückgreifen um Inklusionsprojekte zu finanzieren, aber ohne diese Mittel wäre unsere Arbeit schwer möglich. In Luxemburg gibt es den politischen Willen zur Unterstützung, aber wir brauchen Mittel, auf die wir als inklusive Werkstatt zurückgreifen können, um Inklusion zu fördern.“

Weitere Informationen unter www.cooperations.lu