LUXEMBURG
PATRICK DE LA HAMETTE

Unsere Gesellschaft wird zunehmend digitaler. Doch vielen bleibt der Zugang zur Digitalisierung versperrt. Dies hat Folgen für die gesellschaftliche Inklusion. Patrick de la Hamette, Gründer und Präsident von „Digital Inclusion“, erklärt uns, wie sein Projekt dem entgegenwirkt und was das mit Kreislaufwirtschaft zu tun hat:

„Unsere Non-Profit-Organisation hat sich von Beginn an klare Ziele gegeben. Unsere Hauptmission kann man bereits im Namen unserer Organisation erkennen: Wir wollen jenen Menschen in Luxemburg helfen, die Probleme haben, einen Anschluss zur digitalen Welt zu finden. Diese Probleme können materieller Natur sein, etwa, wenn man keinen Computer oder kein Smartphone besitzt. Sie können aber auch von einem Mangel an Wissen stammen.

Wir haben allerdings auch noch weitere Ziele. Dazu gehört die soziale Inklusion durch digitale Mittel. Als Beispiel kann man das Erlernen von Sprachen mit der Hilfe von Computern nennen. Doch auch die Ökologie und Nachhaltigkeit spielen bei uns eine große Rolle. Wir wollen einen positiven Einfluss auf die Umwelt haben. Über die Kreislaufwirtschaft produzieren wir etwa Computer, womit wir auch die Menschen mit Hinblick auf den Verbrauch von Ressourcen sensibilisieren.

Der Gedanke der Kreislaufwirtschaft bei Elektronik und digitalen Mitteln ist noch nicht stark verbreitet. Während unsere anfängliche Aktivität sich auf die Solidarität mit Menschen konzentriert hat, akzentuieren wir nun stärker den ökologischen Aspekt. Wir stellen auch fest, dass eine wachsende Zahl von Menschen auch Interesse daran zeigt. Es ist eine Verschwendung, zwei Laptops zu Hause herumliegen zu haben: Einen ganz neuen und einen alten zur Reserve. Wir erwarten uns, dass die Menschen anfangen, sich darüber auch mehr Gedanken zu machen. Es muss ein ökologische Bewusstsein beim Konsum von Elektronik einkehren.

Beschädigte Geräte sind bei uns ebenfalls willkommen, sofern man sie noch retten kann. Kaputte Bildschirme, der absolute Klassiker, sind für uns kein Problem. Reparaturen gehören zu unseren Kernkompetenzen und werden in sozialen Ateliers umgesetzt. Dort arbeiten Menschen, die sich einbringen und etwas hinzu lernen wollen. Wir zertifizieren dabei auch das Können dieser Menschen, die sich bei uns engagieren. Das ist vor allem bei den Flüchtlingen wichtig, die hier mitmachen. Das Programm zur Computer- und Smartphone-Wiederverwendung wird von der ‚Oeuvre Nationale de Secours Grande-Duchesse Charlotte‘ unterstützt.

Wir sehen ‚Digital Inclusion‘ als interdisziplinares Projekt: soziale, ökologischen, digitale und migratorische Ebenen greifen ineinander. Man muss bedenken, dass Migranten teilweise aus Ländern kommen, die nicht so stark digitalisiert sind wie Luxemburg. Ihnen hilft dies, sich leichter zu integrieren. Auch Menschen aus Luxemburg, die hier nach einer Arbeit suchen und den digitalen Anforderungen nicht gewachsen sind, können wir weiterhelfen. In diesem Bereich werden wir durch das Arbeitsministerium und den Europäischen Sozialfonds (ESF) unterstützt.“