LUXEMBURG
NATASCHA EWERT

Flohmarkt oder das zehnte T-Shirt in Blau: Spartipps für Studierende

Das Studentenleben ist nicht immer so leicht. Es kann anstrengend, stressig und sogar unangenehm werden. Besonders, wenn man nach einem Monat kontrolliert, wie viel man so ausgibt. Ich habe gemerkt, dass ich zu viel Geld für Sachen ausgegeben habe, die ich am Ende nicht mehr brauchte. Nicht jeder arbeitet nebenbei und nicht jeder bekommt volle Unterstützung von den Eltern. Ich fühle mich jedes Mal schlecht, wenn ich bei meinen Eltern nachfrage, ob sie mir finanziell helfen können, wenn es bei mir kritisch wird.

Willkommen im realen Studentenleben

Bei manch anderen Studenten reicht die finanzielle Hilfe vom Staat auch nicht und sie haben keine Wahl. Sie müssen arbeiten, damit sie über die Runden kommen. Wer denkt, dass Studenten in Cafés rumhängen und sich die Zeit vertreiben, hat ein falsches Bild von uns. Viele meiner Freunde arbeiten, auch wenn es nicht gerade leicht ist, sich voll auf das Studium zu konzentrieren.

Man muss auch ein wenig kreativ sein, um sich das Studium finanzieren zu können und es gleichzeitig in vollen Zügen genießen zu können, unabhängig davon, ob man Medizin, Mathematik oder Modedesign studiert. Sonst versauert jeder Student in seiner eigenen Kammer und das ist auch nicht der Zweck und Sinn eines Studiums. Genau wie jeder andere Lebensabschnitt soll es eine schöne Zeit sein, auf die man gerne zurückblickt und nicht Dinge bereut, die man nicht unternommen hat. Ich persönlich liebe mein Studentenleben und könnte für immer Student bleiben. Aber nach einiger Weile steht man vor dem Ernst des Lebens und plötzlich verschwindet der große Vorlesungsraum und die zahlreichen Diskussionen mit den Kommilitonen. Dann heißt es: Ich muss arbeiten, Geld verdienen, eine eigene Wohnung haben und schnell wird aus dem tollen Menschen, den man vor Kurzem begegnet ist oder den man jahrelang kennt, ein Mensch, mit dem man sein Leben teilen will. Nicht jeder wird diesen Plan so durchführen. Einige werden erst jahrelang arbeiten, Karriere machen und erst später die große Liebe finden. Während andere lieber unabhängig sein wollen und immer auf Reisen sind.

Entscheidungen treffen

Manchmal gibt es Tage, an denen ich mich frage, warum ich zum Studieren nicht nach London gegangen bin. Ich bin schlussendlich nach Aberdeen gegangen, weil es finanziell für mich und meine Familie machbar war. Ich könnte den Gedanken nicht ertragen, jahrelang meiner Familie wegen eines Studiums auf der Tasche zu liegen. Außerdem finde ich es aufregend nach Aberdeen zu fliegen und die Stadt ist mir ans Herz gewachsen, besonders den alten Campus werde ich am meisten vermissen und natürlich die tollen Menschen, die zu meinem Freundeskreis gehören.

Egal, ob ihr zum Studium im In- oder im Ausland seid, nachfolgend ein paar coole Tipps zum Sparen. Einige kennt ihr vielleicht schon, aber es ist immer gut, sein Gedächtnis aufzufrischen.
1. Koche selber Manchmal unterschätzen wir das Kochen, aber es ist ein Lifeskill. Man spart Geld und es kann sogar Spaß machen, sein Essen selbst zuzubereiten oder für jeden anderen zu kochen.

2. Profitiere von Coupons und hab immer Deine Studentenkarte dabei, meistens bekommt man vergünstigte Tickets, man weiß nie. Besonders kulturelle Veranstaltungen bieten Entertainment für wenig Geld sei es Theater, Kino, Ausstellungen und Konzerte.

3. Konsumiere weniger Brauchst Du wirklich ein zehntes T-Shirt? Musst Du wirklich das aktuelle Album von Snow Patrol kaufen anstatt die Lieder auf Spotify zu hören?

4. Nimm an kostenlosen Veranstaltungen teil Ich habe großes Glück in Aberdeen, wo eine enge Studentengemeinschaft existiert. Viele Vorführungen und Workshops sind umsonst, oft gibt es Diskussionen nach dem Film und man lernt interessante
Leute kennen.

5. Für die Sportlichen Es gibt zahlreiche Fitnessstudios, die ein Studentenabo anbieten. Sonst erkundige Dich, ob es ein Unisportzentrum in der Nähe gibt oder Du in einem Studentenverein sporteln kannst.

6. Teile mit Freunden Wenn Du keine eigene Waschmaschine hast, geh mit anderen zur Wäscherei. Auch das gemeinsame Einkaufen von Lebensmitteln kann vieles günstiger machen.

7. Weniger ist mehr Der Trend des Minimalismus hat interessante Gründe. Kaufe wirklich nur das, was Du in Deiner Wohnung brauchst. Achte auch auf die Qualität. Wer weiß, das Sofa wirst Du vielleicht mal für Deine Enkelkinder brauchen.

8. Gehe auf Flohmärkte Besuche Second-Hand-Shops, Thrift Shops oder treffe Dich zum Kleidertausch. Es gibt schon zahlreiche Kleiderkreise in Deutschland und sogenannte Swap Parties in Amerika. Fashionistas müssen nicht unbedingt das neue Teil kaufen, um die nächste Trendsetterin der Uni zu werden. Es lohnt sich, Facebook-Gruppen wie „She Sells Her Mess“ oder „Free Your Stuff“, die schon jahrelang existieren, anzuschauen und ein wenig darin rumzustöbern.

9. Achte darauf, wo Dein Geld hinfliegt und wie Dein Konsum reduziert werden kann. Viele Studenten reisen gerne, aber können sich zum Beispiel keine Fernreise leisten, weil sie ihr Geld in Sachen investieren, die sie am Ende nicht gerade bereichern.

10. Benutze den öffentlichen Transport. Ich habe kein Auto aus mehreren Gründen und ich fühle mich viel freier und unabhängiger, wenn ich mit dem Bus oder Fahrrad durch die Stadt fahre. Es ist billiger, gesünder und es schadet der Umwelt weniger.