LUXEMBURG
LJ

Im Herbst werden in der Hauptstadt mehr Schüler in der öffentlichen Schule erwartet - Schulinfrastrukturen werden erweitert

Wie es die Schulorganisation 2019-2020 vorsieht, sollen 5.216 Schüler im Herbst die Schulbank in der öffentlichen Schule in der Hauptstadt drücken, hieß es gestern im hauptstädtischen Gemeinderat. Dies ergibt 357 Klassen, davon 124 Klassen in Zyklus eins und 233 Klassen in den Zyklen zwei bis vier. Der Trend zeigt damit nach oben, wobei die Zahl der Schüler vor allem in den Stadtvierteln Kirchberg, Limpertsberg, Belair und Gasperich steigen wird. In Mühlenbach wird eine „Bëschspillschoul“ ihre Türen öffnen, 27 Kinder sind eingeschrieben. Sie werden bis 13.00 die Schule besuchen und danach, je nach Wunsch der Eltern, dort ganztags betreut werden. Die Klassen in Gasperich und Clausen, die bereits jetzt an verschiedenen Wochentagen in den Wald gehen, werden aufrechterhalten.

Im vergangenen Schuljahr wurde eine Bestandsaufnahme über die Zusammenarbeit von Schulen und Betreuungsstätten (formale und non-formale Bildung) durchgeführt, wobei durchweg die Bereitschaft zum Dialog festgestellt werden konnte, aber Verbesserungen in der Zusammenarbeit noch erreicht werden können. Was derweil die Hausaufgabenhilfe anbetrifft, sieht Schöffin Colette Mart die Zuständigkeit im Bereich des Staates. Da die Unterstützung schwacher Schüler im Regierungsprogramm 2018 festgehalten wurde, soll das Erziehungsministerium Vorschläge machen, die dann das ganze Land betreffen, meinte sie. In der Hauptstadt wird unterdessen daran gearbeitet, die aktuelle „Silence-Stunde“, die an den langen Tagen angeboten wird, in aktive Hausaufgabenhilfe umzustrukturieren.

Im städtischen „Service de l’Enseignement“ sollen zwei Sozialpädagogen die Führung übernehmen, ist das Ministerium doch nicht mehr gewillt, wie in der Vergangenheit einen Lehrer hierfür freizustellen. Der Dialog zwischen der neuen Führung und der „Direction régionale“ sei ausschlaggebend für ein gutes Klima, sagt die Schöffin, genau wie eine genauere Definition der Kompetenzen von Staat (Ministerium) und Gemeinde.

In den „Foyers scolaires“ der Stadt arbeiten aktuell 446 Personen, die für die Betreuung von 3 863 Kindern ab 3 Jahren zuständig sind. 153 Kinder warten auf einen freien Platz. Sowohl die Schul- und Betreuungsstrukturen als auch die schulischen Sportinfrastrukturen werden in den kommenden Jahren denn auch in einer Reihe Stadtviertel ausgebaut. Unter anderem wird auf Kiem ein neues Gebäude entstehen, weshalb die Eltern am 2. Juli zu einer Informationsversammlung eingeladen sind.

Luxtram: 22.000 Fahrgäste am Tag

Im Rahmen der Fragestunde war zu erfahren, dass laut Luxtram zurzeit 22.000 Fahrgäste am Tag in der Trambahn gezählt werden. Spitzenzeiten sind dabei zwischen 8.00 und 9.00 (3.100 Fahrten) sowie zwischen 17.00 und 18.00 (2.500 Fahrten), während sich zwischen 10.00 und 11.00 die wenigsten Menschen an Bord befinden. Wie Schöffe Patrick Goldschmidt in Beantwortung einer Frage von Elisabeth Margue (CSV) erläuterte, braucht die Tram 16 Minuten, um die elf Haltestellen auf der 5,6 Kilometer langen Strecke zwischen „Stäreplaz“ und „Luxexpo“ zu bedienen. Vor dem 8. April dauerte die Fahrt zwischen den beiden Streckenenden noch 17 Minuten. Aufgrund ihres Zuspruchs fährt die Tram seit dem 3. Juni nunmehr alle fünf (statt bis dahin alle sechs) Minuten.

Auf dem Stadtgebiet werden zurzeit 71 Wohnungen über den Weg der Vermittlung durch die „Association immobilière sociale“ vermietet. Seit 2013 unterhält die Stadt Luxemburg eine Konvention mit dieser Vereinigung, und zahlt die Gehälter von vier Mitarbeitern. An einen Ausbau sei aktuell nicht zu denken, hieß es seitens des Schöffenrates. Bürgermeisterin Lydie Polfer beklagte darüber hinaus, dass die Nutznießer dieser Mietverträge maximal drei Jahre in einer Wohnung leben können, und so eine Integration in ihre Umgebung nicht wirklich möglich sei. Hier müsse Remedur geschaffen werden.

Eine weitere Frage betraf die „Vignette de stationnement dans l’intérêt de certaines activités professionnelles“: Unternehmer, die Arbeiten auf dem Stadtgebiet durchführen, können diese Parkvignette für die Dauer von einem, drei, sechs oder zwölf Monaten erwerben. Dabei kostet eine Jahreskarte 375 Euro. Insgesamt 4.764 solcher Vignetten sind in Umlauf, die meisten auf Jahresbasis. Wie Schöffe Goldschmidt erklärte, sei die zuständige Dienststelle dabei, die Vergabekriterien zu überprüfen, so dass er eventuell im Herbst Änderungsvorschläge vorlegen könne.

Auch die Verkehrslage im Bahnhofsviertel kam im Gemeinderat zur Sprache, und insbesondere die schlechte Verbindung für Radfahrer. Schöffe Goldschmidt meinte zwar, man suche nach Lösungen bezüglich der Verbindung Place de Paris - Place de la Gare, habe im Augenblick aber noch keine parat. Er wies auch darauf hin, dass das renovierte Parkhaus „Neipperg“ im Herbst öffnen wird, und dort eine Reihe Fahrradstandplätze vorgesehen sind.

Wasseraufbereitungsanlage in Kopstal

Der Gemeinderat hieß eine Reihe Konventionen gut, darunter eine Abmachung mit der Vereinigung „Digital Inclusion“, die sich darum bemüht, vor allem Flüchtlinge in die digitale Welt einzuführen.

Die Stadt wird ein Drittel der Monatsmiete (2.000 Euro) der von der Vereinigung in der Rue d’Epernay genutzten Räumlichkeiten übernehmen.

Für 7,3 Millionen Euro wird derweil eine Wasseraufbereitungsanlage in Kopstal neben dem bestehenden Gebäude gebaut. Da seit 2014 31 der insgesamt 33 Quellen, welche die Stadt auf dem Territorium der Nachbargemeinde besitzt, aufgrund ihrer Verschmutzung mit Pestiziden, Nitraten und Bakterien nicht genutzt werden können, soll die neue Filteranlage Abhilfe schaffen, und so die Wasserversorgung der Hauptstadt autonomer gestalten.

Alle Räte waren sich einig, dass das wichtige Projekt umgesetzt werden müsse, Rat Claude Radoux (DP) und Rätin Cathy Fayot (LSAP) bedauerten indes, dass sich der Bau an sich optisch kaum in seine Umgebung und an das Ende der 1890er Jahre errichtete Wasserhaus anpasse. Das solle doch bitte geändert werden.