LUXEMBURG
LJ

Gesetz über das Kulturerbe vorgestellt

Eigentlich hätte das neue Denkmalschutzgesetz schon von der vorigen Regierung verabschiedet werden sollen, doch was lange währt, wird hoffentlich auch einmal gut. Am vergangenen Freitag wurde jedenfalls endlich der Gesetzentwurf zum Kulturerbe vom Regierungsrat gutgeheißen, in dem auch der Denkmalschutz enthalten ist. Gestern stellte Kulturministerin Sam Tanson (déi gréng) das entsprechende Gesetzesprojekt vor, der nun auf den Instanzenweg geschickt werden soll.

Denkmalschutzinventar in Ausarbeitung

Wie Tanson unterstrich, soll die Gesetzesinitiative in Zukunft vor allem für mehr Rechtssicherheit sorgen, wobei im Gesetzentwurf sowohl das archäologische und architekturale Patrimonium als auch das bewegliche und immaterielle Erbe berücksichtigt werden. So sei es unsere Aufgabe, unser Kulturerbe nicht nur zu erhalten, sondern dieses auch zu entwickeln und aufzuwerten, zeigte sich Tanson überzeugt, die daran erinnerte, dass unser Kulturerbe auch zur sozialen Kohäsion und zur nachhaltigen Entwicklung beitrage.

Was nun das archäologische Erbe anbelangt, so soll hier in Zukunft das Prinzip der präventiven Archäologie gelten, das mit sich bringt, dass Bauprojekte, die sich in einer archäologischen Beobachtungszone befinden, unter bestimmten Bedingungen schon im Vorfeld vom Kulturministerium einer archäologischen Evaluierung unterzogen werden müssen, was für den Bauträger natürlich eine größere Rechtssicherheit bedeutet.

Auch soll ein Denkmalschutzinventar eingerichtet werden, das nach wissenschaftlichen Kriterien aufgestellt wird. Aktuell sind relativ wenige Häuser in Luxemburg geschützt, auf jeden Fall viel weniger, als dies in unseren Nachbarländern der Fall ist. Das soll sich jetzt ändern, gehört die Bausubstanz doch zur Geschichte eines Landes. Für die beweglichen Objekte wie Gemälde, Skulpturen oder Möbel wird indes eine neue Prozedur zur Klassierung eingeführt, derweil der Gesetzentwurf ebenfalls ein Inventar zum immateriellen Erbe vorsieht, diesbezüglich auf der gestrigen Pressekonferenz scherzhaft die Frage aufgeworfen wurde, ob dann in Zukunft neben der Springprozession auch die „Päischtcroisière“ zum immateriellen Erbe erklärt werden soll... Aus dem „Service des Sites et Monuments“ soll übrigens das „Institut national du patrimoine architectural“ (INPA) werden.