LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Fabio Ferreira Almeida hat als „junges Talent“ einen Preis als Friseur in Paris erhalten

Fabio Ferreira Almeida ist stolz. Der 22-Jährige hat auch allen Grund dazu. Denn er hat einen Preis als Friseur beim Wettbewerb „Les victoires de la coiffure“ in Paris gewonnen. Trainiert hat der Herrenfriseur dafür lange bei seinem Arbeitgeber, im Salon von „Ferber hair&style“ Limpertsberg. Es ist selten genug, dass ein Luxemburger bei diesem Wettbewerb gewinnt. Wir haben ihn gefragt, wie er das geschafft hat.

Fabio, was ist das für ein Wettbewerb, bei dem Du gewonnen hast?

Fabio Ferreira Almeida Der Wettbewerb „Victoires de la coiffure“ wird in Partnerschaft mit der Marke Wella in verschiedenen Kategorien wie Farbe, Afro, Herren, Damen oder gemischt ausgerichtet. Es ist ein Fotowettbewerb, man frisiert die Leute also nicht vor Ort. Ich habe den Preis in der Kategorie „jeune talent“ gewonnen. Man muss mindestens zwei Fotos einreichen. An dem Wettbewerb nehmen auch Friseure aus der Großregion sowie natürlich viele Franzosen teil, insgesamt über hundert Friseure. Ich habe Männer frisiert, einmal glatt, einmal Locken und einmal glatt mit Bart. Der Gewinn bestand in einer Trophäe. Mein Chef, Herr Ferber, und Frédéric Mendez aus meinem Salon haben mir gratuliert.

Wie hast Du Dich vorbereitet?

Fabio Ich habe geübt. Aber ich bin erst im zweiten Ausbildungsjahr. Schon vergangenes Jahr habe ich das versucht, aber da hatte ich noch zu wenig Erfahrung. Die letzten Shootings waren im Juni. Frédéric, mein Mentor, hat die Bilder gemacht. Er hat mich anfangs ausgebildet, stets super unterstützt und auch zur Preisverleihung begleitet. Er war stolz - und ich natürlich auch.

Wie würdest Du Deinen Stil beschreiben?

Fabio Etwas seltsam (lacht), viel Klassisches, aber auch ein Schuss Trash. Es geht immer um Perfektion mit einer persönlichen Note. Ich frisiere Männer. Frauen kommen später vielleicht noch hinzu. Einen kleinen Einblick gibt es auf meinem Instagram-Profil wolf_wonder00.

Was planst Du?

Fabio Ich werde versuchen, noch bei anderen Wettbewerben zu gewinnen. In Luxemburg gibt es rund drei bis vier pro Jahr. Ich mache 2019 meinen Abschluss und würde dann gern noch meinen Meisterbrief erwerben. Ich hatte von Anfang an große Anforderungen an mich. Eine Weile will ich mit meiner Frau noch hier leben. Später kann ich mir gut vorstellen, noch ganz woanders hin zu gehen, beispielsweise nach London.

Wie bist Du auf den Berufswunsch Friseur gekommen?

Fabio Ich habe nach der 13ième eine Lehre als Elektrotechniker gemacht, die ich auch abgeschlossen habe. Aber das war nicht das Richtige. Gleichzeitig hat es mir erlaubt, meine Leidenschaft für das Friseurhandwerk zu entdecken. Die kommt sicher auch vom Einfluss meiner Mutter und meiner älteren Schwester. Wir sind aus dem Nordosten Portugals nach Luxemburg gekommen, als ich elf Jahre alt war. Sie haben immer sehr darauf geachtet, dass ich ordentlich gekleidet und frisiert war. Ich denke schon, dass das einen Einfluss hatte. Jedenfalls ist der Beruf das, was ich machen will. Und meine alte Lehre ist manchmal auch hilfreich. Wenn hier mal ein Föhn oder Bartschneider nicht funktioniert, kann ich ihn reparieren.