LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Enovos hat Bürger und Experten zum Thema Energie befragt

Bürger und Experten bewerten Fragen des Energiewandels - das ist der Ansatz des Enovos Readiness Index, der gestern vom Stromversorger auf einer Pressekonferenz vorgestellt wurde. Es ging darum, wie notwendig er ist, wie zufrieden die Bürger mit den bislang getroffenen Entscheidungen sind und was sie für die kommenden Jahre erwarten.

„Der Klimawandel, die zunehmende Knappheit fossiler Brennstoffe und steigende Energiepreise werden für ein intelligentes Energieversorgungssystem der Zukunft eine immer größere Herausforderung“, stellt der Bericht fest. Enovos will nah am Markt sein und hat für die Untersuchung deshalb die Marktforscher von TNS Ilres und TNS Infratest mit ins Boot geholt. Insgesamt wurden je tausend Bürger und 531 Experten pro Land zum Stand der Energiewende befragt. Der Enovos Readiness Index schließt auch die Nachbarländer Luxemburgs in die Umfrage mit ein.

Luxemburger zufriedener als Nachbarn

Die Luxemburger sind - anders als ihre Nachbarn - mit der Energiepolitik des Landes zufrieden und schätzen sie als „eher gut“ ein. Das gleiche Urteil fällen sie bei der Preispolitik. In den Nachbarländern lautete das Urteil dagegen „eher schlecht“.

Auch bei der Frage nach der Notwendigkeit einer Energiewende ist Luxemburg vorn: 90 Prozent der befragten Fachleute und 79 Prozent der Bürger halten die Energiewende für notwendig. In den Nachbarländern sind sich 78 Prozent der Experten und 70 Prozent der Bürger im Schnitt über die Notwendigkeit des Energiewandels einig. Nur vier Prozent beider Gruppen beurteilen das anders.

Beim Ranking der Länder besetzt Deutschland mit 55 Punkten von 100 den ersten Platz, dicht gefolgt von Luxemburg und Belgien, die beide 54 Punkte vorweisen können. Erst dann kommt Frankreich, das von den Befragten in Sachen Energiewende nicht als führend eingestuft wurde.

2030 ist nicht das Ende der Energiewende

45 Prozent aller befragten Bürger sowie 43 Prozent aller Experten bewerten den gegenwärtigen Stand der Energiewende als unzureichend. In Luxemburg fallen die Werte schlechter aus. Hier sind 54 Prozent der Fachleute und 45 Prozent der Bürger nicht zufrieden mit den bislang getroffenen Maßnahmen zum Energiewandel.

Dass die Energiewende bis 2033 abgeschlossen sein wird, glaubt niemand; weder in Luxemburg noch in den angrenzenden Ländern. 51 Prozent der Experten aus Luxemburg sind sich nicht sicher, ob die Energieversorgung bis 2030 überwiegend durch alternative Energien erfolgt. Diese Unsicherheit teilen 49 Prozent der Luxemburger, 44 Prozent der deutschen Experten, 41 Prozent der französischen und nur 34 Prozent der belgischen Experten sind da skeptisch. Nur 20 Prozent der Experten gehen davon aus, dass die Energiewende bis 2030 vollzogen sein wird. Die Befragten sehen die Vorgaben der EU, bis 2020 die Treibhausemissionen um 20 Prozent zu senken, ebenfalls kritisch. 62 Prozent der luxemburgischen Experten halten dieses Ziel für unrealistisch. In Frankreich sind es 61 Prozent der befragten Experten, in Deutschland dagegen nur 57 Prozent und in Belgien 36 Prozent. Dass bis 2020 der Anteil der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent steigt, glauben ebenfalls nur wenige Experten; in Luxemburg sind es gerade mal elf Prozent. Und nur 15 Prozent der hiesigen Experten gehen von einer zeitgerechten Erfüllung der EU-Vorgaben für unser Land aus. Eine Energieeinsparung von 20 Prozent bis 2020 halten 51 Prozent der Luxemburgischen Experten für unrealistisch.


Download unter www.enovos-future-summit.eu