BRÜSSEL
IZ

Kriminelle Gang ergaunert sich über 20 Millionen Euro durch Autoverkauf

Während eines gemeinsamen Aktionstages in sieben EU-Mitgliedstaaten wurde jetzt eine internationale Organisation für organisierte Kriminalität angeklagt, die durch großangelegten Mehrwertsteuerbetrug einen Schaden von über 20 Millionen Euro verursacht hat - dies auf dem Gebiet des Gebrauchtfahrzeugverkaufs, wie das Referat für justizielle Zusammenarbeit der Europäischen Union, Eurojust, mitteilte.

Auf Ersuchen der deutschen Behörden wurde die Maßnahme von einem bei Eurojust eingerichteten Koordinierungszentrum unterstützt und führte zur Festnahme der Hauptverdächtigen. Die Operationen umfassten mehr als 100 Hausdurchsuchungen, insbesondere in Rumänien und Ungarn, zahlreiche Verhöre von Zeugen und Verdächtigen sowie die Vollstreckung von Sicherstellungsverfügungen in Höhe von 18 Millionen Euro.

Vorgetäuschter Verkauf an Unternehmen

Die deutsche Staatsanwaltschaft Nürnberg und die rumänische Staatsanwaltschaft des Landgerichts Cluj leiteten federführend Ermittlungen gegen diese organisierte kriminelle Gruppe, die hauptsächlich aus rumänischen Staatsangehörigen besteht, die in Deutschland, Rumänien, Ungarn und mehreren anderen EU-Mitgliedstaaten tätig waren.

Die Mitglieder der Gruppe stehen im Verdacht, Mehrwertsteuerhinterziehung aus dem Verkauf von hochpreisigen Gebrauchtfahrzeugen begangen zu haben. Die Kriminellen kauften in Deutschland gebrauchte Fahrzeuge und taten so, als verkauften sie diese an verschiedene Unternehmen in verschiedenen EU-Mitgliedstaaten ohne Mehrwertsteuer. Stattdessen wurden die Fahrzeuge an natürliche Personen als Endkunden (Mehrwertsteuerzahler) verkauft.

Eurojust unterstützte die nationalen Behörden während der gesamten Ermittlungen unter anderem bei der Organisation eines Koordinierungstreffens bei Eurojust im September 2017, das den Rahmen für den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Informationen bildete. Darüber hinaus wurde ein gemeinsames Ermittlungsteam zwischen Deutschland und Rumänien erfolgreich eingerichtet. Das bei Eurojust eingerichtete Koordinierungszentrum stellte eine maßgeschneiderte Infrastruktur bereit, um die simultanen Einsätze in ganz Europa zu koordinieren und rechtliche Probleme anzugehen und zu lösen, die im Laufe des Aktionstages aufgetreten waren, wie es von offizieller Seite hieß.