LUXEMBURG
CLAUDE KARGER

Zum Recht am eigenen Bild stellen sich viele Fragen – Worauf man achten muss

Mit dem Smartphone hat man jederzeit ein Instrument dabei, um Situationen in Foto und Video festzuhalten. Natürlich kommen Aufzeichnungstechnologien auch in der Schule zum Einsatz. Zum Beispiel eignen sich Videos und Fotos gut zur Dokumentation von Aktivitäten. Das Filmen von Schulstunden zur späteren Analyse zwecks Verbesserung der Unterrichtsqualität werde sogar von der Uni Luxemburg empfohlen, wie der „Service National de la Jeunesse“ nun in einem Beitrag auf dem Portal BEE SECURE schreibt.

Natürlich haben die meisten Schüler selbst längst Erfahrung im Umgang mit Fotos und Videos, die sie zum Teil für kreative Aktivitäten zum Lernen nutzen können. Aber wo werden die Daten aufbewahrt? Und wer kommt da ran? „Lehrpersonen und Erzieher sollten deshalb einen gesunden Umgang mit den modernen Medien pflegen und auch die Kinder Respekt und Vorsicht im Umgang mit diesen Mitteln lehren. Hierbei gilt es jedoch, nicht nur die Sicherheitsaspekte von digitalen Medien zu beachten, sondern auch die rechtlichen Vorgaben zur Aufnahme, Speicherung, Nutzung und Diffusion von Bildaufnahmen zu kennen und respektieren“, unterstreicht der Artikel.

Generell gilt: Jeder hat das Recht am eigenen Bild und kann selbst entscheiden, ob er fotografiert werden möchte und ob er der Veröffentlichung des Bildes zustimmt. Bei Kindern und Minderjährigen muss eine Zustimmung (in Form einer schriftlichen Erlaubnis) durch einen gesetzlichen Vormund vorliegen.

Zu beachten sind auch die EU-Datenschutzvorschriften (Englisch: GDPR - General Data Protection Regulation), die jedem das Recht auf Transparenz über die Handhabung seiner Daten und Bilder gewähren. Die schriftliche Erlaubnis muss also klar definieren, ob, wofür, aber auch wie lange die Fotos von Kindern benutzt und gespeichert werden dürfen. Dementsprechend müssen die Fotos nach dem Ablaufen der Frist oder auf Anfrage des gesetzlichen Vormundes gelöscht werden. Tut man dies nicht, macht man sich strafbar.

Grundsätzlich dürfen Fotos und Videos nur zu internen und pädagogischen Zwecken genutzt werden. Privat Fotos von Schülern herumzuzeigen, sie zu verschicken oder gar in sozialen Netzwerken zu veröffentlichen, ist demnach untersagt. Nachfolgend einige Tipps von SNJ und BEE SECURE zum Umgang mit Bildern von Schülern.

Um Erlaubnis fragen Vorab muss anhand eines Formulars die Veröffentlichung und der Transfer von Fotos mit den Eltern abgeklärt werden. In dem Formular wird ebenfalls schriftlich festgehalten, ob und für welche Zwecke Aufnahmen von den Kindern gemacht werden dürfen. Ohne die schriftliche Zustimmung des Vormundes dürfen keine Bilder von Minderjährigen aufgenommen oder veröffentlicht werden. BEE SECURE stellt eine Mustervorlage für solch eine Autorisierung in seinem Ratgeber für Lehrer und Erzieher bereit. Auch wenn die Eltern beim Schulanfang eine generelle Zustimmung unterschreiben, müssen im Rahmen von besonderen Projekten oder im Falle einer Zusammenarbeit mit Dritten (zum Beispiel mit der Universität Luxemburg) weitere, spezifischere Autorisationen unterzeichnet werden.

Aufnahmen Am besten die Kamerageräte der Schule nutzen, da diese meist nicht mit dem Internet verbunden sind. Die Aufnahme von Klassenfotos mit dem privaten Smartphone kann problematisch werden, da schneller Vorwürfe zum möglichen Missbrauch oder Diffusion der Fotos aufkommen können. Es dürfen nur Kinder fotografiert werden, bei denen die schriftliche Erlaubnis der Eltern vorliegt!
Speicherung Möglichst auf Speichermedien zurückgreifen, die nicht mit dem Internet verbunden sind (Beispiele: CD, DVD, USB-Stick…). Das Abspeichern von Daten in Clouds ist eher problematisch, da nicht immer transparent ist, wo die Dateien gespeichert werden oder auch wofür die Dateien vielleicht genutzt werden können. Des Weiteren ist nicht immer klar, ob die Cloud vor Hackerangriffen sicher ist.
Teilen Um die Fotos mit den Eltern zu teilen wird geraten, dies über materielle Speichermedien zu tun. Das Teilen der Fotos über das Internet erfolgt am besten nur über Webseiten, die an die „Education Nationale“ angebunden sind (etwa ein Schulportal) und auf die nur Personen Zugriff erhalten, die sich mit einem autorisierten IAM-Login anmelden können. Von der Benutzung von E-Mails, Clouds (Bsp. Dropbox) oder Chatgruppen (etwa über Messenger oder WhatsApp) zum Verschicken der Fotos wird abgeraten, da die Fotos dabei auf externen Servern landen könnten, bei denen keine Sicherheit oder Transparenz garantiert werden kann.

Mehr: www.bee-secure.lu