ESCH-ALZETTE
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Esch/Alzette setzt bei erneuerbaren Energien auf Bürgerbeteiligung

Gestern hat der Gemeinderat von Esch-sur-Alzette grünes Licht gegeben für die Unterstützung des ersten Photovoltaik-Projekts der Bürgergenossenschaft „TM EnerCoop“ . Sie wurde vor einigen Monaten aus der Bürgerbewegung „Transition Minett“ heraus gegründet. Die Anlage wird im Herbst auf dem Dach der Sporthalle Esch-Lallange installiert, die Gemeinde stellt der Genossenschaft das Dach im Rahmen einer Konvention zur Verfügung.

Bürgernah und lokal

Bürgerenergie gilt als ein wichtiger Baustein der Energiewende und hat in Deutschland, Österreich und Skandinavien schon großen Zuspruch gefunden. Reduktion der Treibhausgase, Ablösung der fossilen Energien und der Kernenergie lauten die Zielsetzungen. „TM EnerCoop“ will eine sozial und ökologisch verantwortliche Alternative zu den gängigen Pratiken von Energiekonsum und -produktion anbieten.

Importquote von 98%

Zurzeit wird 98% des Energiebedarfs Luxemburgs durch Importe gedeckt. Die Eigenproduktion von Elektrizität wird also zu einer größeren energetischen Unabhängigkeit beitragen, zunächst in lokalem und bescheidenem Umfang. Es geht darum, mit diesem Pilotprojekt Erfahrungen zu sammeln. Weil die Energie eine nicht wegzudenkende Komponente unseres Alltags ist und der Umgang damit die Gesellschaft prägt, geht es um eine möglichst breite Einbindung aller Bürger.

Die Genossenschaft „TM EnerCoop“ wird auf demokratischer Basis durch die Gesellschafter bestimmt. Die Genossenschaft ist offen für neue Mitglieder. Die Anteile können zum Einheitspreis von 100 Euro gezeichnet werden, Entscheidungen nach der Regel „ein Gesellschafter = eine Stimme“ gefällt, unabhängig von der Anzahl der gezeichneten Anteile.

Strom für 150 Haushalte

Die Photovoltaik-.Anlage in Esch-Lallange wird im jährlichen Mittel 26.000 kWh an elektrischer Energie produzieren.

Dies entspricht in etwa dem jährlichen Energieverbrauch von 150 Haushalten für den Betrieb der Waschmaschine oder den 24h Anschluss des Kühlschranks.

Die erzeugte Energie wird in das Stromnetz von Sudstroum eingespiesen. Im Sinne einer regionalen Wertschöpfung werden Solarpanel aus deutscher Produktion (und nicht aus China) installiert.
www.transition-minett.lu