In Anbetracht der zunehmenden Unsicherheit hat das Luxemburger Rote Kreuz seine Aktionen im vergangenen Jahr im In- und Ausland verstärkt. Dies war bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2012 am gestrigen Welttag der Migranten und Flüchtlinge zu erfahren. Im Großherzogtum wurde in erster Linie das Programm der „Croix-Rouge Butteker“ ausgebaut sowie in die Modernisierung des Fuhrparks der Rettungsdienste investiert.
Das Luxemburger Rote Kreuz, das im kommenden Jahr seinen 100. Geburtstag feiern kann, ist einer der größten Akteure im Sozialbereich. Derzeit sind über 1.700 Personen beim Roten Kreuz beschäftigt, das auf rund 3.000 ehrenamtliche Helfer und 13.704 Blutspender zurückgreifen kann.
Digitales Patienten-Dossier eingeführt
Auch im vergangenen Jahr war das Rote Kreuz in den vier Bereichen Gesundheit, Soziales, Jugend und Internationale humanitäre Hilfe tätig. Im Bereich Gesundheit, wie die Rot Kreuz-Verantwortlichen mitteilten, wurde die klassische Patientenakte (aus Papier) im vergangenen Jahr durch ein digitales Dossier ersetzt, was zu einer erheblichen Erleichterung im Bereich der Patienten-Betreuung führte. Mit „Help24“ wurde im vergangenen Jahr darüber hinaus ein Notruf zur Hilfeleistung eingeführt. Auch die „Aidsberodung“ konnte sich im vergangenen Jahr nicht über fehlende Arbeit beklagen: 10% mehr Leute als 2011 sprachen im vergangenen Jahr bei dem Rot Kreuz-Dienst vor. 1.634 Personen nahmen 2012 an 106 Erste Hilfe-Kursen des Roten Kreuzes teil.
„Épiceries sociales“ werden gebraucht
Im Bereich Soziales wurden bei der Bilanzpressekonferenz besonders die Arbeit der „Croix-Rouge Butteker“ hervorgehoben. 40 Ehrenamtliche boten im vergangenen Jahr 1.679 Familien in den „épiceries sociales“ in Differdingen, Echternach, Rollingen und Wiltz Hilfe an. In den ersten Monaten des laufenden Jahres wurden zwei zusätzliche „Croix-Rouge Butteker“ in Clerf und Grevenmacher eröffnet. Die Tätigkeit der in Luxemburg-Stadt, Esch-Alzette und Ettelbrück angesiedelten „Vestiaires“ (Kleiderkammern) des Roten Kreuzes hat im vergangenen Jahr um 62% zugenommen: 5.114 Personen sprachen 2012 hier vor (gegenüber von 3.160 im Jahr 2011).
Ferien für alle Kinder
Was nun den Bereich Jugend betrifft, so verwaltet das Luxemburger Rote Kreuz hierzulande elf „Maisons Relais“ und vier Kinderkrippen. Der „Service Vacances“ des Roten Kreuzes ermöglichte es im vergangenen Jahr 537 Kindern und Jugendlichen an 19 Ferienaufenthalten im In- und Ausland teilzunehmen. Betreut wurden sie von einigen 200 eigens ausgebildeten Ehrenamtlichen. Der Rot Rot-Dienst „Families First Luxembourg“ betreute im vergangenen Jahr 46 Familien mit 108 Kindern. Dank der intensiven Betreuung durch die Mitarbeiter des Dienstes konnten 87 Kinder (oder 81%) in ihren Familien bleiben. Nur 21 Minderjährige mussten im vergangenen Jahr in einer Institution oder einer Gastfamilie untergebracht werden.
Trinkwasser und Lebensmittel
Bei seinen internationalen Einsätzen hilft das Luxemburger Rote Kreuz dort, wo Hilfe am dringendsten gebraucht wird. Im vergangenen Jahr lieferte das Luxemburger Rote Kreuz 260 Tonnen Getreide in 25 Dörfer in Burkina Faso. 7.000 Flüchtlinge aus Mali wurden darüber hinaus mit Trinkwasser und Lebensmittel versorgt. In Burundi wurden im vergangenen Jahr 600 Häuser für Flüchtlinge des von 1993 bis 2005 andauernden Bürgerkrieges errichtet. 50 Wasserstellen wurden eingerichtet, 1.000 Kinder in vier Schulen wurden mit Schulmaterial eingedeckt und 300.000 Bäume wurden angepflanzt um Erosion und Überschwemmungen zu verhindern.
Die „IFRC Shelter Research Unit“ des Luxemburger Kreuzes konnte im vergangenen Jahr 750 Zelte nach Tuareg-Bauart für die Flüchtlinge aus Mali in Burkina Faso zur Verfügung stellen.
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