LUXEMBURG
MARCO WAGENER

Die kürzlich durch großherzoglichen Erlass zugelassene Fondation Solina vereint die bestehenden Vereine „Jongenheem a.s.b.l.“, „Aarbechtshëllef a.s.b.l.“ und „Solidarité Jeunes a.s.b.l.“ unter einem Dach. Dabei rücken unter neuer Rechtsform drei Vereinigungen enger zusammen, die zusammen gehören und auch vor der Gründung der Stiftung bereits eng miteinander verflochten waren. Die Stiftung unterstützt und begleitet somit die über die drei Vereine verteilten knapp 200 MitarbeiterInnen und Hunderte LeistungsempfängerInnen. Sie konzentriert ihre Arbeit auf das Terrain Luxemburgs und ist autonom.

„Die Fondation Solina und ihre MitarbeiterInnen verschreiben sich dem Wohlergehen sowie der gesellschaftlichen, familiären und beruflichen Integration und Inklusion von vorwiegend jungen Menschen (aber nicht nur), die sich in sozialer und/oder familiärer Not befinden, mit dem Ziel, ihnen ein eigenständiges verantwortungsbewusstes Leben in der (luxemburgischen) Gesellschaft zu ermöglichen. Gerechtigkeit, Integrität, soziale Verantwortung, Respekt und Menschlichkeit sind Werte, für die unsere Stiftung eintritt.

Es geht uns nicht darum, Menschen zu bevormunden, sondern sie stark für ein eigenständiges Leben zu machen. Sollte das nicht funktionieren, sind die Dienste der Stiftung immer noch da, um diese Menschen aufzufangen. In unserer Tätigkeit greifen wir auf ein weit und zugleich dicht gespanntes Netz an komplementären Einrichtungen und sozialen Serviceleistungen zurück, um möglichst viele vorwiegend junge Menschen mit sozialen und/oder familiären Schwierigkeiten auffangen zu können. Die enge Zusammenarbeit untereinander bildet eine der Hauptcharakteristika und zugleich größten Stärken der Fondation Solina.

Die Hilfsangebote können viele Formen annehmen. Eines unserer Heime bietet zum Beispiel therapeutische Unterstützung und Begleitung für Jugendliche an. Ein weiteres Haus, das ,Refuge Péitrusshaus‘, ist eine akute Aufnahmestruktur für Kinder und Jugendliche, die beispielsweise Opfer von Missbrauch wurden. Ein neuer Dienst von ,Solidarité Jeunes‘ bietet schulische Unterstützung für Kinder mit großen Lernschwierigkeiten. Im ,Centre d’insertion et de réinsertion professionnelle‘ (CIRP) müssen sich die Mitarbeiter auf Menschen einstellen, die wegen ihres Migrationshintergrunds eine neue sprachliche Herausforderung darstellen. Diese Beispiele zeigen, dass die luxemburgische Gesellschaft sich in einem Wandel befindet, und unsere Stiftung mit ihren Vereinigungen muss sich konstant weiterentwickeln. Leider muss ich auch sagen, dass die gespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt es nicht leicht macht, Unterkünfte in Form von Heimen und betreuten Wohnungen zu finden. Dieser Herausforderung will die Fondation Solina sich auch verstärkt stellen.

Die Stiftung finanziert sich und ihre Angebote mittels staatlicher Finanzierungshilfen, wirtschaftlicher Einnahmen durch die Erwerbstätigkeiten am CIRP sowie Spenden von Privatleuten und Gesellschaften. Während die staatlichen Unterstützungen eine solide Legitimations- und Finanzierungsgrundlage bieten, ermöglichen es die privaten Spenden der Fondation Solina, für die EmpfängerInnen bedeutsame individualisierte Leistungen zu erbringen sowie innovative Pilotprojekte zu erproben, welche von öffentlichen Budgetlinien nicht erfasst werden.“