MERTERT
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Gemeinde will Gebäude nach der Restaurierung vermieten

Durch die am Vorabend der Gemeinderatssitzung in Mertert vom vergangenen Donnerstag bekannt gewordene Mitteilung des Innenministeriums, dass die Gemeinderäte nach dem Krisenzustand eine neue Gemeinderatsentscheidung nehmen müssen um in einem anderen gemeindeeigenen Saal als dem ordentlichen Sitzungssaal tagen zu dürfen, wurde dieser Dringlichkeitspunkt als erster Tagesordnungspunkt vorgenommen, ansonsten der Gemeinderat nicht im Kulturzentrum in Wasserbillig hätte tagen können.

411 Kinder zur „Rentrée“ erwartet

Die von den Schulpräsidenten vorgetragene Schulorganisation sieht für das Schuljahr 2020/2021 vor, dass für die verschiedenen Zyklen der Grundschule Mertert 151 Kinder in neun Klassen unterrichtet werden und für die Grundschule Wasserbillig 16 Klassen für 260 Kinder vorgesehen sind. Somit wird bei Schulbeginn mit insgesamt 411 Kindern gerechnet. Die Kinder des „précoce“ und „préscolaire“ werden wie bis jetzt und bis zur geplanten Fertigstellung des neuen Schulgebäudes in Mertert Ende des Jahres alle in der Grundschule in Wasserbillig unterrichtet werden.

Bereits bei der Verabschiedung des PAG wurde das Haus „Ungeheuer“ beim Eingang in den Park in Mertert vom Gemeinderat als schützenswert klassiert. Um das Haus instand zu setzen und wieder bewohnbar zu machen ist die Summe von 250.000 Euro im Haushalt 2020 vorgesehen. Der Gemeinderat hat den Antrag des Kulturministeriums zwecks Klassierung des Hauses als nationales Monument einstimmig gutgeheißen.

Abfallbehälter mit Chip

Ferner nahm der Gemeinderat das vom Studien- und Beratungsbüro ECO-Conseil Sàrl erstellte integrierte Abfallwirtschaftskonzept, das auf einer vorhergehenden Bestandsaufnahme beruht, bei den Gegenstimmen der CSV-Fraktion an. Mit dem neuen Abfallgesetz, das noch in Arbeit ist, wird die Gemeinde die Abfallgebühren anpassen müssen. Deshalb wurden in den vergangenen Wochen die grauen Abfallbehälter weitestgehend mit einem Chip ausgerüstet. Bei einigen Behältern konnte dies nicht vorgenommen werden, weil die Behälter schon so alt sind und die Chip-Vorrichtung nicht vorhanden ist beziehungsweise weil die Behälter nicht auffindbar waren.

Längere Diskussionen entstanden bei der Festlegung der Kompensationsgebühr in Folge der Freistellung zur Schaffung von Auto-Stellplätzen im Rahmen einer Baugenehmigung in der Echternacher Straße. Das aus drei Wohneinheiten bestehende Haus soll teilweise abgerissen und umgestaltet werden, so dass zukünftig fünf Wohnungen dort entstehen. Da anstatt der erforderlichen acht Stellplätze deren nur fünf auf der bestehenden Parzelle entstehen können, wird der Bauherr mit den Stimmen der LSAP-Mehrheit zu einer Kompensationszahlung von 25.000 Euro für jeden fehlenden Stellplatz verpflichtet. Die DP-Räte Friden und Schanen stimmten dagegen, da sie eine reglementierte Taxe für jeden zukünftigen fehlenden Stellplatz wünschten und den Schöffenrat aufforderten mit den so gewonnenen Einnahmen für den entsprechenden Parkraum zu sorgen, derweil die CSV-Räte Scheid und Hirtt - CSV-Rat Warnier enthielt sich der Stimme - dagegen stimmten, da sie der Auffassung sind, dass die Wohnungseinheiten den verfügbaren Stellplätzen entsprechen müssten. Zur teilweisen Finanzierung der beiden Schulen in Mertert und Wasserbillig sowie der neuen Tennisanlage wurde indes bei den Gegenstimmen der DP-Fraktion und der Enthaltung der CSV-Räte eine Anleihe von 20 Millionen Euro mit einer Laufzeit von 20 Jahren aufgenommen.