LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FR. JOURNALIST

Urteil im Mordprozess von Mertert: Angeklagte zu 15 Jahren verurteilt

Nach einer tödlichen Messerattacke auf ihren Ex-Freund soll die 47 Jahre alte Angreiferin Tatjana D. für zehn Jahre in Haft. Das Gericht verurteilte die Frau zu einer Haftstrafe von 15 Jahren, mit fünf Jahren auf Bewährung unter Auflagen. Damit hat D. strenge Pflichten zu erfüllen und muss sich entweder einer psychologischen oder psychiatrischen Therapie unterziehen.

Verteidigung spricht von Notwehr

D. sei ohne Zweifel die Täterin, urteilte die Kriminalkammer am Donnerstag.

Die Tat hatte sich am 17. Februar 2015 gegen 6.15 im Haus der Angeklagten in Mertert ereignet. Die Angeklagte hatte zu Protokoll gegeben, sie sei im Laufe des Abends ihrem Ex-Freund zufällig in einem Wirtshaus begegnet. Der Mann sei betrunken gewesen. In Begleitung einer Bekannten nahm sie ihn mit nach Hause. Dort soll es dann zum Streit gekommen sein.

Laut Zeugenaussage lieferte sich die Angeklagte dann am frühen Morgen mit ihrem Ex-Freund einen Streit in der Küche, der in einem Kampf mündete. Die Angeklagte stach dabei ein Messer in den Bauch des Mannes, zwei Stichverletzungen öffneten die linke Brusthöhle und verletzten die Lunge, dies in unmittelbarer Nähe des Herzens und herznaher Gefäße.

Die Frage nach dem Warum blieb aber unbeantwortet.

Für den Verteidiger lag nahe, dass es sich bei der Tat um eine Situation der „Selbstverteidigung“ handelte. Der Verteidiger hatte jegliche Mordabsichten seiner Mandantin unisono zurückgewiesen. Er plädierte auf Notwehr und deshalb auf Freispruch.

Die Angeklagte hatte hier als Antwort gegeben, sie sei die ganzen Jahre ihres Zusammenseins von ihrem Ex-Freund geschlagen, misshandelt und erniedrigt worden. Der psychiatrische Sachverständige hatte bei der Angeklagten eine schuldaufhebende oder -mindernde Persönlichkeitsstörung aber nicht ausmachen können.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, die Frau hat nach Angaben des Gerichts 40 Tage Zeit, Berufung einzulegen.