LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Nicolas Buck wechselt nach drei Jahren als Präsident des Industrieverbandes zur UEL

Der Industrieverband FEDIL wird seit gestern von Michèle Detaille präsidiert. Damit wird der Verband, der im vergangenen Jahr sein hundertjähriges Bestehen feiert, erstmals von einer Frau geführt. Sie übernimmt das Ehrenamt von Nicolas Buck, der drei Jahre lang ihr Vorgänger war. Seit Juli 2018 war sie bereits Vizepräsidentin der FEDIL. Der Wechsel war zwar schon seit Februar bekannt, wurde aber auf der gestrigen Pressekonferenz anlässlich der Generalversammlung offiziell gemacht, unterlegt von Hinweisen auf die Schwerpunkte beider Mandate. Der Wechsel wurde begleitet von einem Stühlerücken im Verwaltungsrat (siehe Kasten).

Kurze Amtszeit

Buck, der sich als Präsident zur „Union des Entreprises Luxembourgeoises“ (UEL) beworben hatte, weist im Vergleich zu seinen Vorgängern eine kurze Amtszeit auf. Marc Assa war 13 Jahre lang Präsident der FEDIL, Charles Krombach sechs Jahre und Robert Dennewald zehn Jahre.

Unter Buck, dem zwölften Präsidenten, hat der Industrieverband seine Kommunikation verstärkt und sein Image aufpoliert. Das zahlte sich unter anderem in rund 75 mehr Mitgliedsunternehmen aus, die auch Beiträge leisten; insgesamt rund drei Millionen Euro jährlich. Insgesamt hat die FEDIL 625 Mitglieder in 37 Branchen.

Mitarbeitersuche weiter Thema

Schwerpunkte waren - und bleiben - die Suche nach neuen Mitarbeitern, der digitale Wandel und der Energie-Umbau. Diese Themen beschäftigen die Mitgliedsunternehmen sehr und dementsprechend will sich Detaille auch weiter darum kümmern. Darüber hinaus soll der Außenhandel mehr Aufmerksamkeit erhalten und zum Schwerpunkt werden. Verwaltungsratsmitglieder sollen bei der Umsetzung von Ideen eingebunden werden. FEDIL-Geschäftsführer René Winkin ging noch auf den Wandel in der Energie und das Pariser Klimaabkommen ein. Er verwies darauf, dass viele Industrieunternehmen Investitionsziele von 20 oder 30 Jahren haben und der Energiewandel deshalb schwierig ist. Wenn aber der Energiewandel in Europa deswegen stattfinden würde, weil bestimmte Industrien verschwinden würden, würde das Länder wie Indien oder China nicht zum Nachahmen reizen.

Buck sprach noch das Thema der Elternzeit an, das Betriebe vor Herausforderungen stelle. Er äußerte Unverständnis für ein von Max Hahn (DP) propagiertes „Elterngeld plus“, das Eltern noch dafür belohne. Es sei für Unternehmen schon schwer genug, Leute zu finden. Darüber hinaus sei Luxemburg Schlusslicht bei den MINT-Fächern.