LUXEMBURG
MAITI LANG

Liebeskummer: Jeder kennt ihn, jeder fürchtet ihn und jeder verdrängt ihn

Jeder hat ihn schon einmal durchlebt und jeder weiß wie es ist, durch diese Hölle zu gehen. Drei Studentinnen erzählen, wie sie mit dem Liebeskummer umgehen. Da die drei sehr persönlich antworten, haben wir die Namen geändert.

Wie empfindest du Liebeskummer?

Lena 21 Jahre alt, Physiotherapiestudentin in Köln Ich finde, wenn jemand wirklich schlimmen Kummer hat, tut es weh im Herzen. Es tut weh zu weinen, wenn man schon so viel geweint hat. Es ist im Grunde wie eine Art Depression!

Nadine 21 Jahre alt, Medizinstudentin in Luxemburg Ich empfinde Liebeskummer als wäre mein Herz krank. Ich fühle mich schwach, mein Herz tut weh. Ich habe keine Kraft oder Motivation und keinen Appetit. Es ist der schlimmste Schmerz überhaupt, da es sich psychisch und körperlich auswirkt.

Anne 19 Jahre alt, BWL Studentin Es ist halt ein furchtbares Gefühl, man hat Sehnsucht, keine Motivation mehr und ein ungutes Gefühl im Bauch. Es fühlt sich an wie Schmerzen. Man hat einen Kloß im Hals und es fühlt sich an, als müsste man erbrechen. Man fängt an, alles in sich hinein zu stopfen, weil man so seinen Kummer ignorieren kann.

Man fürchtet, dass diese Schmerzen nie mehr weggehen und man bekommt kleine Panikattacken, weil man sich selbst nicht mehr wiedererkennt und man sich wünscht, es wäre alles wieder wie vorher. Man merkt erst jetzt, wie sehr man an diese Person gebunden war und dass es nicht geklappt hat, macht es umso schlimmer. Man stellt sich selbst in Frage und man fragt sich, ob das Problem nicht bei einem selbst liegt. Man fängt an, jedes einzelne Detail genau zu untersuchen und man fängt sogar an sich selbst zu kritisieren, so dass man im Nachhinein noch an Selbstvertrauen verliert.

Man hat das Gefühl, keine Kontrolle mehr über sich und seine Emotionen zu haben. Es macht einen verletzlich. Für mich ist Liebeskummer mit dem Tod vergleichbar, da man von jemandem Abschied nehmen muss.

Wie gehst du persönlich mit Liebeskummer um?

Lena Wie ich damit umgehe? Ich weine, höre Musik, betäube mich mit Alkohol (lacht), lasse mir ein Bad ein, lästere mit Freundinnen, esse viel Schokolade und gehe einkaufen.

Nadine Mal so, mal so. Manchmal will ich dann einfach nur meine Ruhe und alleine sein, Frustessen und Dinge tun, die ich sonst mit meinem Freund nicht tun konnte. Serien oder Liebesfilme anschauen. Ich lenke mich viel ab, gehe mit Freundinnen aus und probiere, mich auf etwas zu konzentrieren, was mir ein gutes Gefühl gibt. Ich versuche, mich auf Sachen zu konzentrieren, bei denen ich Erfolg haben kann, wie Sport oder die Schule.

Hauptsächlich aber Sport, da es dir zu einem guten Körpergefühl verhilft und weil es eben auch ablenkt, man bekommt einen freien Kopf.

Anne Ich persönlich muss viel darüber reden, um es so zu relativieren, damit ich keine Lust mehr habe, mich dauernd aufzuregen. Ich konzentriere mich auf andere Sachen wie meine Freunde, Familie oder Schule. Es ist wichtig, Sachen zu tun, die man sonst nicht immer gemacht hat, damit man neue Erfahrungen sammeln kann und seiner Gewohnheit entkommen kann.

Es ist wichtig, über alles nachzudenken, denn nur so kann ich auch definitiv darüber hinweg kommen. Man sollte sich nicht verbarrikadieren und weiter an die Liebe glauben, damit man eine Chance auf Besserung hat. Man darf nicht ungeduldig sein, ich erinnere mich selbst immer wieder daran, mir Zeit zu lassen.

Glaubst du, es gibt eine definitive Lösung gegen diesen gefürchteten Liebeskummer?

Lena Nein, glaube ich leider nicht, man muss abwarten.

Nadine Die definitive Lösung ist Geduld, Zeit, gute Freunde. Man muss sich selbst die Zeit geben, die man braucht, um über den Schmerz hinwegzukommen und zu akzeptieren, dass es nie wieder so wird, wie es war. Freunde sind sehr wichtig. Durch sie sieht man dass, man nicht alleine ist. Man muss sein Fokus auf etwas Neues setzen, wie zum Beispiel ein neues Hobby oder so.

Anne Nein! Liebeskummer ist wie ein Prozess, in dem man verschiedene Phasen überwinden muss, um sich so wieder mental und physisch aufbauen zu können und um in Zukunft auch wieder normale und gesunde Beziehungen haben zu können.