LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Halloween“ ist der elfte Film mit dem maskierten Serienmörder

Als John Carpenter 1978 „Halloween“ drehte, war sich die Filmwelt ziemlich einig, dass dies einer der besten Horrorfilme aller Zeiten war und immer noch ist. Nur konnte Carpenter nicht ahnen, dass die Figur seines Serienmörders Mike Meyers 40 Jahre lang die Fantasie der Filmemacher schüren würde. Obwohl er in „Halloween 2“ starb, kehrte er immer wieder zurück, wie in der Pseudo-Fortsetzung „Halloween 3“ oder den Remakes „Halloween H20“ und „Halloween“ im Jahr 2007.

Im Original spielte Jamie Lee Curtis die Babysitterin Laurie Strode, die in der fiktiven Stadt Haddonfield die Bekanntschaft von Mike Myers macht, der als Sechsjähriger seine Schwester ermordete, und nun in der Halloween-Nacht mit einer weißen Maske über dem Gesicht durch die Straßen der Stadt zieht und eine blutige Spur hinterlässt. Im zweiten Teil erfährt man, dass Laurie nach dem Tod ihrer Eltern adoptiert wurde und die jüngere Schwester von Mike ist. Eigentlich ist die 2018er Fassung von „Halloween“ von David Gordon Green kein richtiges Remake, auch wenn der Verlauf an die Geschichte von 1978 erinnert. Jamie Lee, die Tochter von Tony Curtis und Janet Leigh, ist wieder als Laurie in Aktion, 40 Jahre nachdem Mike sie in Angst und Schrecken versetzte.

Mike mordet weiter

Zwei Enthüllungsjournalisten, Aaron Korey (Jefferson Hall) und Dana Haines (Rhian Rees), besuchen das Smith’s Grove Sanitarium, wo Mike Myers (zwei Schauspieler spielen ihn: James Jude Courtney und Nick Castle) seit den Geschehnissen von 1978 interniert ist. Sie wollen Mikes Motive verstehen. Der behandelnde Arzt Ranbir Sartain (Haluk Bilginer) erzählt, dass er nie auch nur ein Wort geredet hat. Als Aaron ihm seine alte Maske zeigt, rührt sich etwas in Mike. Die Reporter besuchen anschließend Laurie, die abgeschieden in einem Haus lebt, das einem Hochsicherheitstrakt ähnelt.

In Haddonfield bereiten sich die Leute auf Halloween vor. So auch Lauries Tochter Karen (Judy Greer) und ihre Enkelin Allyson (Andi Matichak). Mike soll in ein anderes Krankenhaus transportiert werden, doch der Bus mit den Kranken verunglückt, was Sheriff Frank Hawkins (Will Patton) auf den Plan bringt. Im Film wird gesagt, dass Hawkins bereits die Morde von 1978 untersuchte, doch hieß der Sheriff damals Brackett und wurde von Charles Cyphers gespielt. Dann geschieht das, was man vom Film erwartet: Mike mordet weiter, mit seiner Lieblingswaffe, einem langen scharfen Küchenmesser.

Das Böse verstehen

Beginnt der Film noch mit der interessanten Motivation der beiden Reporter, das Böse in Mike zu verstehen, so wird aus dem psychologischen Aspekt schnell eine brutale und blutige Mordserie, bei der nur die Originalität der Tötungen interessiert. Definitiv kann auch Regisseur David Gordon Green den Horrorfilm nicht neu erfinden und bleibt brav in den x-mal beschrittenen Pfaden des Genres. Kommt das Böse nicht von vorne, dann taucht es von hinten auf. Auch von links oder rechts kommend würden die Attacken kaum gruseliger erscheinen. Es fehlt einfach ein neuer, origineller Stil, um die Zuschauer zu fesseln und ihnen wirklich Angst zu machen. Der Film ist allenfalls zu Momenten spannend, aber kalte Schaudern werden niemandem den Rücken runterlaufen, höchstens den zartbesaitensten Zuschauern oder Zuschauerinnen.