LUXEMBURG
PIERRE WELTER, FREIER JOURNALIST

Brasilianerin wegen Menschenhandel, Zuhälterei und Geldwäsche verurteilt

Am Donnerstag hat die 12. Strafkammer des Bezirksgerichts Luxemburg eine 44-jährige Brasilianerin, Claudina P. zu 24 Monaten Haft, von denen zwölf Monate wurden zur Bewährung ausgesetzt wurden, verurteilt. Der 65-jährige Portugiese Sousa P. wurde zu einer Freiheitsstrafe von zwölf Monaten Haft auf Bewährung und einer Geldstrafe verurteilt.

Von Portugal ausgeliefert

Claudina P. wurde des Menschenhandels, Zuhälterei, Förderung der Prostitution in Bereicherungsabsicht und Geldwäscherei schuldig gesprochen. Der Verteidiger hatte das Gericht gebeten, seine Mandantin, die schwer krank sein soll, nicht zu verurteilen. Die Brasilianerin war in Portugal festgenommen und am 21. November 2017 von Portugal nach Luxemburg ausgeliefert worden.

Der beteiligte Mann, Sousa P. wurde der Zuhälterei und Geldwäscherei schuldig gesprochen. Sein Verteidiger hingegen hatte vorher auf einen Freispruch plädiert.

Mit den ausgesprochene Strafen blieb das Gericht unter der Strafforderung der Staatsanwaltschaft. Die Vertreterin der Anklage hatte für die Brasilianerin eine Freiheitsstrafe von dreißig Monaten plus Geldstrafe beantragt. Für Sousa P. eine Gefängnisstrafe von 18 Monaten wegen Zuhälterei und Geldwäscherei sowie eine Geldstrafe.

Die Richter sahen es als erwiesen an, dass die beiden Täter unter Federführung der Frau durch ein perfides System von Abhängigkeit, Ausbeutung dreizehn Frauen und drei Männern zur Prostitution „verholfen“ hatten. Die meisten der Frauen sollen die brasilianische Nationalität haben. Sie kamen nach Luxemburg, um Geld zu verdienen - dies sei für sie der einzige Ausweg aus der Armut gewesen. Der portugiesische Komplize fungierte als „Vermieter“ einer Wohnung in Bonneweg. Der Mann, der selbst Mieter und Eigentümer einer Bäckerei ist, hatte der Mitangeklagten die Zimmer im ersten Stock untervermietet. Vor Gericht stellte er sich als „humanen, aufopfernden und uneigennützigen Menschen“ dar. Die Beschuldigte Claudenia P. hatte von jedem, der sich in der Wohnung prostituierte eine Wochenmiete von 100 und 300 Euro gefordert. Die Monatsmiete betrug zuerst 1.200 Euro. Sie wurde auf 1.400 Euro erhöht und immer bar bezahlt worden.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.