LUXEMBURG
PIERRE WELTER

Brasilien-Mord: Die Verteidigung hatte das Wort und fordert geringe Strafen

Im Brasilien-Mord-Prozess kam es gestern zu den Plädoyers der Verteidiger. Mit ihrer schmalen Statur und ihrem kindlichem Auftreten sieht die Hauptangeklagte Brigitte D. nicht gerade wie eine Mörderin aus - doch die Anklagepunkte gegen sie wiegen schwer. Die Strafverteidiger Me Philippe Stroesser und Me Claudia Monti ließen in ihren Plädoyers noch einmal die ganze Geschichte Revue passieren.

Dabei gingen die beiden Verteidiger speziell auf die verschiedenen Versionen der Aussagen beider Angeklagten ein.

Me Stroesser warf der Hauptangeklagten Brigitte D. in seinem Plädoyer Verlogenheit vor. Sie hätte zwar ihren Mann töten lassen, aber der Auftrag wäre laut ihrer Aussage von Tania M. und anderen gekommen. Brigitte D. wäre eine Frau, die andere Menschen manipuliert. Die Aussagen seiner Mandantin zum Mordgeschehen wären aber ehrlicher Natur. Sonst hätte Tania M. nicht ihren Sohn Diego im Prozess geopfert, sagte der Verteidiger. Sie wäre zu keinem Zeitpunkt die Begünstigte der Erbschaft von Z. gewesen.

Sie hätte das Geld nicht nötig gehabt. Ihre Finanzen seien nicht glänzend gewesen, doch schlecht waren sie auch nicht, sagte der Verteidiger. Me Stroesser beantragt mildernde Umstände für seine Mandantin und eine Strafe, die nicht höher ausfallen darf als die der Untersuchungshaft. Das sind etwa dreieinhalb Jahre.

Geständnis - Strafe im Ermessen des Gerichts

Die Strafverteidigerin Me Claudi Monti gab zu verstehen, dass es nicht einfach für sie war, ihre Mandantin zu einem Geständnis zu bringen. Ihre Mandantin hätte zugegeben, dass sie mit den anderen gehandelt hat. Angeschwärzt hätte sie aber niemanden. Über die Rolle der Angeklagten Tania M. könnte man spekulieren. „Das aber überlasse ich dem Gericht“, sagte Claudia Monti.

Es gebe eine weitere Person, die wahrscheinlich etwas mit dem Mord zu tun habe. Die sitze nicht auf der Strafbank. Was die Rolle von G. angeht, sei ein Verfahren zur Anstiftung zum Mord anhängig. Die Höhe der Strafe bleibe alleine dem Ermessen des Gerichts überlassen, sagte Claudia Monti.


Es folgt die Forderung der Staatsanwaltschaft