LUXEMBURG
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ArcelorMittal legt Zahlen für 2019 und das vierte Quartal vor

Eine schwache Nachfrage, sinkende Preise und hohe Abschreibungen haben dem Stahlkonzern ArcelorMittal einen Milliardenverlust eingebrockt. Unter dem Strich betrug das Minus 2019 rund 2,5 Milliarden US-Dollar (2,27 Mrd. Euro), wie das Unternehmen am Donnerstag in Luxemburg mitteilte. Im Vorjahr hatte der Konkurrent von ThyssenKrupp noch einen Gewinn von mehr als fünf Milliarden Dollar erzielt. Im vierten Quartal weitete ArcelorMittal den Nettoverlust aus - von 539 Millionen auf knapp 1,9 Milliarden Dollar.

Der weltweit größte Stahlkonzern mit Sitz in Luxemburg beendete das Jahr mit einer Bruttoverschuldung von 14,3 Mrd. Dollar und einer Nettoverschuldung von 9,3 Mrd. Dollar - das war der niedrigste Stand seit der Fusion mit Arcelor. Das Ziel ist laut dem Konzern die Erreichung des Ziels einer Nettoverschuldung von 7 Mrd. USD bis Ende 2020.

Der Konzern sieht jedoch erste Anzeichen einer Stabilisierung und wies dabei auch auf die inzwischen niedrigen Lagerbestände bei Kunden hin. Für das neue Geschäftsjahr kündigte ArcelorMittal weitere Einsparungen an, die eine Milliarde Dollar erreichen können. Ins vergangene Jahr fiel auch der Abschluss der Übernahme von Essar Steel India in Partnerschaft mit Nippon Steel.

Chairman und CEO Lakshmi Mittal kommentierte: „2019 war ein sehr hartes Jahr, was sich in unserer deutlich reduzierten Rentabilität widerspiegelt. Unsere Cash-Generierung blieb jedoch stark und trug dazu bei, die Nettoverschuldung auf den niedrigsten Stand aller Zeiten zu senken. Dies zeigt den Beitrag unseres Action2020-Programms, das sicherstellen soll, dass ArcelorMittal in allen Aspekten des Stahlzyklus einen positiven Cashflow erzielen kann. Wir erwarten in diesem Jahr weitere Fortschritte beim Schuldenabbau.“ Für die Zukunft sieht er durchaus positive Impulse. „Obwohl die Marktbedingungen weiterhin schwierig sind, gibt es ermutigende erste Anzeichen für eine Verbesserung, insbesondere in unseren Kernmärkten USA, Europa und Brasilien. Da die Lagerbestände nach einer Phase des Lagerabbaus ein sehr niedriges Niveau erreicht haben, sehen wir, dass die Kunden wieder auf den Markt zurückkehren, was ein verbessertes Preisumfeld unterstützt“, schloss Mittal. International kämpft ArcelorMittal mit der chinesischen Billigkonkurrenz, die keine Umweltauflagen hat, mit Zulassungsproblemen des Riesenwerkes Ilva in Italien und Eisenerzpreisen. In Luxemburg ist die Deponie eines der umstrittenen Themen.