LUXEMBURG
CORDELIA CHATON

Eine Studie zeigt: 306 Millionen Euro Wirkung auf die Wirtschaft - Frage nach Standort bleibt

Was bringt die Messe „Luxexpo - The Box“ wirtschaftlich? Das sollte eine Studie herausfinden, die die Handelskammer und die Stadt Luxemburg haben durchführen lassen und deren Ergebnisse deren Vertreter gestern gemeinsam vorstellten. Seit 2014 sind die Handelskammer mit 56,6 Prozent und die Stadt mit 17,81 Prozent größte Aktionäre der Messegesellschaft, noch vor der „Banque International à Luxembourg“ (BL) mit knapp fünf Prozent sowie diversen Aktionären wie KBL, ING, ArcelorMittal, Handwerkskammer oder der „Chambre des salariés“. Unter dem veränderten Aktionariat wurde die Messe modernisiert.

Die Studie hat auch eine politische Dimension, denn es gibt den politischen Wunsch, auf dem Kirchberg mehr Wohnraum zu schaffen. Gleichzeitig laufen noch Untersuchungen zu alternativen Messestandorten, die nicht abgeschlossen sind. Die Botschaft der Hauptaktionäre ist vor diesem Hintergrund zu betrachten.

Mietvertrag bis 2029

Wenig überraschend kommt die von Quest durchgeführte Studie zum Ergebnis, dass der wirtschaftliche Einfluss der Messe groß ist; sogar sehr groß. Offiziell wehren sich die Hauptaktionäre nicht gegen einen neuen Standort, verweisen jedoch auf den Mietvertrag, der noch bis 2029 läuft. Vor allem aber wollen sie planen können. Jos Sales, Vizepräsident des Verwaltungsrats der Luxexpo und Präsident der Luxexpo-Kommission bei der Handelskammer, unterstrich: „Die Luxexpo funktioniert. Wir haben viel in die Infrastruktur investiert. Wenn sie an einen anderen Standort kommen soll, ist uns vor allem Planungssicherheit wichtig. Auch sollte ein neuer Standort gut angebunden sein.“

2.800 Arbeitsplätze hängen an Messe

Der gesamte wirtschaftliche Einfluss der Messe liegt laut Studie bei 306 Millionen Euro Umsatz und 236 Millionen Euro Mehrwert für die Luxemburger Wirtschaft, wie Carlo Thelen, Administrateur délégué der „Luxexpo - The Box“ und Generaldirektor der Handelskammer, feststellte. Er betonte auch, dass rund 2.800 Arbeitsplätze von der Messe abhingen und sie für rund 100,3 Millionen Steuereinnahmen sorgt.

Auf diese Zahlen kam Quest durch die telefonische Befragung von 283 Ausstellern und 1.235 Besuchern in verschiedenen Zeitabständen sowie dutzenden von Modellrechnungen. Die Messen „Home&Living Expo 2017“, „Top Kids 2017“ und „Vakanz 2018“ wurden genauer beleuchtet. So ist der wirtschaftliche Impakt der „Home & Living“ mit 118 Millionen Euro am größten, der der „Vakanz“ mit fünf Millionen Euro deutlich kleiner und der der „Top Kids“ mit 170.000 Euro noch geringer, während es die „Springbreak“ auf acht Millionen Euro bringt. Ein Aussteller gibt durchschnittlich 15.000 Euro pro Messe aus. Acht von zehn Ausstellern gaben an, dass die Messe die Plattform ist, auf der sie in kurzer Zeit eine große Besucherzahl treffen können. Im Durchschnitt knüpften die Aussteller rund hundert neue Kontakte pro Messe und erstellten 13 Kostenvoranschläge, von denen jeder dritte drei Monate nach der Messe zu einem Auftrag wurde. „Die wirtschaftliche Auswirkung auf Luxemburg und die Unternehmen ist groß“, unterstrich Thelen.

Vor diesem Hintergrund wollen die Stadt und die Handelskammer „Luxexpo - The Box“ weiter fördern und für eine gute Sichtbarkeit der Messe sorgen. Dies soll auch vor dem Hintergrund eines wachsenden internationalen Marktes für Messen und Kongresse geschehen, um den sich das Cluster „Meetings, Incentives, Conventions, exhibitions“ (MICE) kümmert, das beim Wirtschaftsministerium angesiedelt ist. Hier befindet sich Luxemburg in Konkurrenz mit anderen Messestädten. Aufgrund begrenzter Hotelkapazitäten ist es jedoch schwierig, Messen mit ab 800 bis 1.000 Teilnehmern nach Luxemburg zu holen.

Serge Wilmes, erster Schöffe der Stadt Luxemburg und Verwaltungsrat bei der „Luxexpo - The Box“ unterstrich genau wie Patrick Goldschmidt, stellvertretender Verwaltungsratspräsident der Messegesellschaft, die wirtschaftliche Bedeutung der Messe für die Wirtschaft im Allgemeinen und die Stadt im besonderen. „Wir sind weiter Aktionäre, weil wir an das Konzept glauben“, sagte Wilmes, „der auf die historischen Verbindungen zwischen Stadt und Messe verwies.

Die Stadt betreibe darüber hinaus das „Luxembourg Convention Bureau“ innerhalb des „Luxembourg City Tourist Office“ (LCTO), das als unabhängige Organisation Konferenzorganisatoren unterstütze. Bislang hat die von der Stadt Luxemburg und weitere Partner finanzierte Einrichtung auch Promotionsaufgaben für andere Orte wie Vianden oder Echternach übernommen. . Das sprengt aber den Rahmen des tatsächlichen Auftrags. In Zukunft könnten diese Aufgaben nach unseren Informationen von einer neuen, nationalen Struktur übernommen werden.