LUXEMBURG
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Wasserstofftankstelle in Luxemburg: Studien noch nicht abgeschlossen

Die Regierung will noch in dieser Legislaturperiode dafür sorgen, dass mindestens eine Wasserstofftankstelle in Luxemburg errichtet wird. Es soll sich um einen „Beitrag zu einem europaweiten Netz jener Infrastrukturen“ handeln. Um längere Fahrten innerhalb Europas zu ermöglichen sind Standorte entlang oder in der Nähe von Autobahnen laut Regierungsangaben am sinnvollsten. „Jedoch sind die betreffenden Studien noch nicht abgeschlossen, so dass es noch nicht entschieden wurde, wo diese Infrastruktur errichtet wird“, antworten die Minister für Mobilität und Energie, François Bausch und Claude Turmes (beide „déi gréng“) auf eine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Carlo Back von der gleichen Partei.

Der Wasserstofftechnologie in der Klima- und Energiepolitik insgesamt steht die Regierung unter Vorbehalten offen gegenüber. Die Wasserstoffherstellung sei heute „noch sehr energieintensiv“, was Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit und die Nachhaltigkeit dieser Technologie habe. „Bei kontinuierlicher Weiterentwicklung der Technik und deren Massenverbreitung könnte Wasserstoff aber mittelfristig ein wichtiges Puzzleteil einer nachhaltigen Energiewirtschaft sein und in der Sektorkopplung Strom, Wärme und Transport eine entscheidende Rolle spielen“.

Gemeinsame Vision

Im Entwurf des Klima- und Energieplans, der bis Jahre des Endes vervollständigt wird, will die Regierung bis 2030 einen Anteil von 23 bis 25 Prozent an erneuerbaren Energien im nationalen Energieverbrauch erreichen. Die Wasserstofftechnologie wird in diesem Dokument aus einer regionalen und einer europäischen Perspektive betrachtet. Die Länder des Pentalateralen Energieforums - neben den Benelux-Staaten Deutschland, Frankreich, Österreich und die Schweiz- sollen grenzübergreifend „eine gemeinsame Vision bis 2030 entwickeln“, also auch in Sachen Wasserstoff. Energieminister Turmes setzt sich dabei dafür ein, „dass nur sogenannter grüner Wasserstoff als Energieträger benutzt werden soll, also Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt wird und dann vor allem in der Industrie genutzt werden soll“.

Was die eher praktischen Seiten angeht, etwa die Wahl eines Autos, sehen die Regierungsmitglieder reine Elektrofahrzeuge im Vergleich zu Brennstoffzellenfahrzeugen im Vorteil. Wie aus einer früheren parlamentarischen Anfrage hervorgeht, benötige man heute dreimal so viel Strom, um einen Kilometer mit einem Brennstoffzellenauto mit Wasserstoff zurückzulegen, als wenn man auf ein E-Auto mit Batterie nutzt. Zudem könnten Letztere auf ein „gut ausgebautes Stromnetz“ zurückgreifen. Dennoch gilt die Anfang 2019 eingeführte Prämie auch für den Kauf von Brennstoffzellenfahrzeugen.