LUXEMBURG
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23 Fragen an Arbeitsminister Nicolas Schmit

Für unsere diesjährige Sommerserie ließen wir einer Reihe von Politikern eine Reihe von Fragen per Mail zukommen. Heute antwortet Arbeitsminister Nicolas Schmit (LSAP).

Was war in Ihren Augen das wichtigste politische Dossier in der zurückliegenden Kammersession?

NICOLAS SCHMIT Es gab viele wichtige Dossiers. Die Kinderbetreuung war eins. Für mich ist das Gesetz zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit sehr wichtig, denn wir geben diesen Menschen nicht nur eine Beschäftigung, wir geben ihnen damit ihre Würde zurück.

Wie bewerten Sie die bisherige Arbeit dieser Koalition, die nun ihr letztes Jahr in Angriff nimmt?

Schmit Die Bilanz ist sehr positiv. Viele wichtige Reformen haben wir schon realisiert. Das Land steht heute deutlich besser da. Vor allem packen wir wirklich die Zukunftsprobleme an und schieben sie nicht nur vor uns her.

Welches Projekt muss aus ihrer Sicht noch unbedingt in dieser Legislatur verabschiedet werden?

Schmit Die Landesplanung und die Beziehung zwischen Staat und Kirche. Die Digitalisierung der Arbeitswelt ist eins der zentralen Entwicklungsfelder auf dem Arbeitsmarkt, deshalb möchte ich unbedingt noch ein Gesetz einbringen, das die digitale Ausbildung in den Betrieben fördert.

Welches sind Ihre persönlichen Prioritäten für die Rentrée?

Schmit Ich werde weiter an neuen Konzepten arbeiten, die möglichst vielen - auch in der digitalen Arbeitswelt - ihre Beschäftigung sichert und möglichst auch neue Arbeitsplätze schafft. Eine Anpassung des Reclassement-Gesetzes ist ebenfalls dringend nötig.

Spielen die Kommunalwahlen für Sie eine Rolle?

Schmit Natürlich! Wie für jeden Bürger.

Welche Koalition würden Sie sich für nach den Parlamentswahlen von 2018 wünschen?

Schmit Ich finde, dass diese Koalition gute Arbeit geleistet hat. Auch das Arbeitsklima war gut. Selbst die CSV will ja in Kontinuität unsere Arbeit fortsetzen, falls sie gewählt wird. Aber da ist diese Koalition doch viel besser geeignet, die eigene Arbeit fortzusetzen. Es fehlt der CSV ja offensichtlich an Konzepten.

Welches Ministeramt würde Sie am meisten reizen?

Schmit Mein Ministerium reizt mich immer noch sehr. Ich finde, es gibt hier noch viel zu tun.

Was war der Auslöser, warum Sie in die Politik eingestiegen sind?

Schmit Die soziale und gesellschaftliche Ungerechtigkeit hat mich schon als jungen Menschen sehr gestört und mich bewegt, mich zu engagieren.

Macht EU-Kommissionspräsident Juncker eine gute Arbeit?

Schmit Global gesehen ist die Entwicklung im Vergleich zu der vorherigen Kommission positiv. Die Ansätze gehen in die richtige Richtung, auch wenn konkret, besonders im sozialen Bereich, noch nicht viel geschehen ist.

Was halten Sie vom (nicht mehr ganz so) neuen US-Präsidenten?

Schmit Ich schließe mich da der allgemeinen Einschätzung an: katastrophal.

Sind Sie in den sozialen Medien aktiv, und was halten Sie von Facebook & Co.?

Schmit Ich bin auf Twitter aktiv. Die sozialen Medien gehören zu unserer Zeit, aber sie stellen auch Gefahren dar. Man muss Kinder und Jugendliche auch darüber frühzeitig aufklären und sie im richtigen Umgang mit den sozialen Netzwerken schulen.

Was würden Sie machen, wenn Sie drei Wünsche frei hätten?

Schmit Mir reicht ein Wunsch: Ich würde die Gewalt und die Kriege, die Millionen Menschen auch heute noch ins Unheil stürzen, stoppen. Es ist an der Zeit, dass die Menschheit erwachsen wird.
Was würden Sie ändern, wenn Sie der reichste Mann wären?

Schmit Bill Gates macht schon vieles richtig. Aber warum gibt es eigentlich so reiche Menschen? Mehr Gleichheit und Gerechtigkeit sind absolut notwendig und damit meine ich auch, eine bessere Verteilung des Reichtums auf der Welt.

Wohin fahren Sie in den Urlaub, und warum?

Schmit Nach Korsika, weil meine Familie diese Insel so liebt.

Was haben Sie sich in sportlicher Hinsicht für den Urlaub vorgenommen?

Schmit Naja, etwas mehr Bewegung.

Welche Bücher planen Sie, im Urlaub zu lesen?

Schmit Ich werde hauptsächlich einige Bücher über Europa lesen. Wir müssen jetzt Mut aufbringen, Europa zu reformieren. Kritik allein genügt nicht.

Ihr Hauptcharakterzug?

Schmit Ich lasse andere darüber
urteilen.

Ihr größter Fehler?

Schmit Ich habe sicherlich viele.

Ihre Lieblingsbeschäftigung?

Schmit Meine Arbeit macht mir sehr viel Spaß und füllt mich aus. Aber ich genieße auch meine Freizeit mit meiner Familie und unseren drei Hunden.

Ihr Leibgericht?

Schmit Bin da sehr offen. Ich liebe die italienische Küche.

Was schätzen Sie am meisten an sich?

Schmit Man muss sich so nehmen, wie man ist, inklusive der Fehler und versuchen, die Füße auf dem Boden zu behalten, was sicherlich nicht immer gelingt.

Was hassen Sie am meisten an sich?

Schmit Hassen ist ein Wort, das ich nicht mag.

Ihre gegenwärtige Geistesverfassung?

Schmit Optimistisch und entschlossen, die vielen Probleme, unter denen Menschen leiden, die nicht so gut gestellt sind, resolut und schnell anzupacken.