PETINGEN
GASTON FREYMANN

Petinger Schöffenrat vermisst Transparenz

Gleich zwei Dossiers sorgten für Unmut in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. Besonders bedauert die schwarz-rote Gemeindeführung Transparenz in verschiedenen Dossiers und ist nicht begeistert darüber, von dem Fortgang von Projekten die die Gemeinde Petingen betreffen stets in Unkenntnis gelassen zu werden. Eine Tatsache, die sowohl Bürgermeister Pierre Mellina (CSV) als auch sein Parteikollege Roland Breyer äusserst bedauern.

Zum einen geht es um das tagtägliche Verkehrschaos auf der Petinger Umgehungsstraße, die vornehm in „Avenue de l’Europe“ umgetauft wurde, als auch über die untragbare Lage im Bereich der Tankstellen in Rodange an der Grenze zu Frankreich. In dem Zusammenhang las Schöffe Roland Breyer dem Gemeinderat ein Schreiben vom 18. September 2014 vor, das an Nachhaltigkeits- und Infrastrukturminister François Bausch gerichtet ist.

Darin wird auf eine zusätzliche Belastung hingewiesen, die hinzukommen wird, wenn am kommenden 1. Oktober der Bürgermeister aus der französischen Grenzgemeinde Longlaville ein Fahrverbot für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen Gesamtgewicht für die Avenue de Luxembourg (am früheren Grenzübergang) in Longlaville in Kraft setzen wird.

Vor vollendete Tatsachen gesetzt

Hier sei man seitens der Franzosen vor vollendete Tatsachen gesetzt worden. Gleichzeitig wies Bürgermeister Pierre Mellina auf das Dossier der Industriebrache „Le Grand Bis“ hin, wo nach 15 Jahren Hin und Her, sich etwas zu bewegen scheint, aber nur scheint. Auf dem Gelände könnten sich bis zu 50 Betriebe mit weiten über 500 Arbeitnehmern ansiedeln, was die aktuelle Verkehrslage noch dramatisieren würde.

All dies verleitete Verkehrsschöffen Roland Breyer zur Bemerkung: „Mir sinn hei zu Péiteng de Blinddarm vum Land, daat war bis elo bei allen Regierungen esou, egal wei d’Komposition war“. Eine Aussage, die sich nicht speziell auf die jetzige Dreierkoalition beziehen soll, wie der CSV- Politiker unterstrich.

Was soll auf der LTMA- Brache geschehen?

Eine Frage die sich die Petinger Gemeindeführung stellt, dies nachdem absolutes Stillschweigen seitens dem Nachhaltigkeits- und Infrastrukturministeres herrscht. Dabei wurde darauf hingewiesen, dass das Grundstück, wo die Schule stand - oder teilweise noch steht - Staatseigentum ist. Bedauert wird, dass hinter verschlossenen Türen angeblich an Projekten gearbeitet wird, wo allerdings die Gemeinde Petingen nicht mit eingebunden werde. So sollen laut Roland Breyer verschiedene soziale Einrichtungen hier angesiedelt werden. Allerdings wies er auf die Nähe zur „Egent-Schule“ und den entsprechenden Auffangstrukturen hin. Auch sei es im Sinne der Gemeinde Petingen diese Brache optimal auszunützen, wobei sie als idealen Standort für den Bau einer neuen Musikschule in Erwägung gezogen wird.

Jedenfalls wolle man nicht vor vollendete Tatsachen gestellt werden und so wurde ein Kredit von 20.000 Euro gestimmt, der dazu dienen sollte, ein spezialisiertes Büro mit der Ausarbeitung eines Teilbebauungsplans zu beauftragen, da auch ein Teil des in Frage kommenden Terrains Eigentum der Gemeinde sei. Ein Werdegang der nicht so ganz den Ansichten der beiden Vertreter der grünen Fraktion entspricht, die sich dann bei der Abstimmung enthielten.

Neue Aktivitäten in der ehemaligenNeoapostolischen Kirche in Lamadelaine

Einstimmig beschloss der Gemeinderat den Kauf dieses Gebäudes. Eine Ausgabe die sich auf 325.000 Euro beläuft und die bereits im Mehrjahresplan der Gemeinde eingetragen ist. Die ehemalige Kirche habe seit längerem die Gemeinde zur Verlagerung verschiedener Aktivitäten interessiert. Allerdings eignen sich die Räumlichkeiten keinesfalls für größere Manifestationen. So denke man darüber nach, ein Studio mit moderner Ausstattung hier einzurichten, dies für audio-visuelle Produktionen hieß es weiter.

Bewilligt wurde auch die Konvention mit dem Ministerium für Bildung und Jugend betreffend die verschieden „Maison Relais“, die auf dem Gebiet der Gemeinde Petingen funktionieren. In dem Zusammenhang war zu erfahren, dass zum Schulanfang 103 Kinder auf der Aufnahmewarteliste eingetragen sind.