LUXEMBURG
CHRISTIAN BLOCK

Angesichts sinkender Covid-19-Fälle fahren die Kliniken ihre Dienste herunter, bleiben aber wachsam

Mit dem Rückgang der auf der Intensivstation behandelten Covid-19-Patienten werden auch diese Stationen vorübergehend deaktiviert. Die U33 des „Centre Hospitalier de Luxembourg“ (CHL) kündigte heute die „Schließung“ dieser Reanimations-Covid-19-Unterabteilung via Twitter an – zwei Monate nach der Aufnahme des ersten Covid-19 Patienten in der Reanimation. Dr. Philippe Turk, Koordinator der Covid-19-Maßnahmen in den Krankenhäusern, spricht allerdings eher von einer „mise en veille“, die auch in den anderen Krankenhäusern erfolgen wird.

Denn sollte es zu einem erneuten Anstieg von Covid-19-Patienten mit Komplikationen kommen, können diese Einheiten schnell wieder ihre Arbeit aufnehmen. „Diese Betten können binnen einer Stunde wieder aktiviert werden“, sagt Turk. Stand 17. Mai wurden 65 Covid-19-Patienten (Verdachtsfälle inklusive) in luxemburgischen Krankenhäuser behandelt, davon 14 auf der Intensivstation.

Patientenströme weiter getrennt

Das bedeutet allerdings keine Aufhebung der Vorsichtsmaßnahmen wie das Messen der Körpertemperatur oder das Maskentragen und auf ein Minimum reduzierte Besuche in den Krankenhäusern. Für Covid-19-Verdachtsfälle gelten weiterhin spezielle Bestimmungen, um einen Kontakt mit anderen Patienten zu verhindern. In den Eingangsbereichen der Krankenhäuser „muss die Trennung der Patientenströme wahrscheinlich in den nächsten Monaten bestehen bleiben“, lautet die Einschätzung des Arztes.

Wie die „Centres de soins avancés“ weiter funktionieren

CSA: nur noch Verdachts- oder bestätigte Covid-19-Fälle

Die vier „Centres de soins avancés“ (CSA) funktionieren weiter, wenngleich seit der Wiederaufnahme der medizinischen Aktivitäten Anfang Mai in angepasster Form.
In die CSA kommen morgen nur noch Patienten, bei denen eine Infektion mit dem Coronavirus bestätigt ist oder bei denen ein Verdacht auf Covid-19 besteht, erklärt Dr. Pierre Hertz, Koordinator der CSA. Personen können ebenfalls auf Eigeninitative die CSA aufsuchen, wenn sie bei sich Covid-19 vermuten. Für die Durchführung eines PCR-Tests ist weiterhin eine ärztliche Verschreibung notwendig, die der behandelnde Arzt gegebenenfalls vor Ort ausstellen kann.
Im Umkehrschluss bedeutet das, dass die „maisons médicales“ ihre Arbeit wieder aufgenommen haben. Allerdings muss man dort zuerst anrufen, bevor man sich hinbegeben kann. Das erlaubt dem Allgemeinmediziner, je nach Beschreibung der Symptome, den Patienten in die Notaufnahme eines Krankenhauses oder in ein CSA zu schicken. Über den gesamten Zeitraum haben die CSA mehr als 8.000 Personen empfangen. Die CSA in Luxemburg-Stadt, Esch/Belval und Ettelbrück sind von 10.00 bis 18.00 geöffnet. Das CSA Grevenmacher empfängt Patienten vormittags zwischen 09.00 und 12.00.