CLAUDE KARGER

Huch. Da können sich die Altgenossen aber glücklich schätzen, solch milde Jungtürken in der Partei zu haben. „Ich will keinem den Kopf absägen“, versicherte einer von ihnen am Samstag dem „T“. Ein anderer würde allerdings am liebsten zur Forke greifen und zwitscherte kurz nach der Wahl: „Lo gëllt et d’Partei auszemëschten“. Wer die rote Mistgabel wohl am Ende zu spüren bekommt? Auf jeden Fall stichelt der Ex-LSAP-Spitzenmann schon mal ordentlich: „Als ich noch bei den Jungsozialisten war, haben wir nicht darauf gewartet, dass einer uns sagt, was wir tun sollen“. Der Wecker der Revolution tickt und wir können uns sicher auf spannende und vor allem laute Genossenkongresse einstellen. Wetten, dass es diesmal auch bei den Christsozialen etwas rabaukiger zugehen wird. Nach dem Schock - „das Undenkbare ist passiert: Blau-Rot-Grün war kein unappetitlicher Ausrutscher und kein Treppenwitz der Geschichte! Die CSV-Chefs sind so sprachlos, dass sie nicht einmal sagen können, dass sie die Wahlen gewonnen haben“, streute das Erzbistumsblatt am Samstag noch mal Salz in die Wunde - schlägt irgendwann die Stunde einer Mistgabelfraktion. Spätestens, wenn die „kleinen Gespenster“ Schwarz-Blau und Schwarz-Rot, welche die „Wort“-Leitartiklerin noch über den Koalitionsverhandlungen spuken sieht, definitiv verpufft sind.