UESCH/ALZETTE
CHRISTIAN SPIELMANN

„Vergiss mein nicht“ eröffnet das erste „Esch-Festival du Film Intergénérationnel“

Noch bis morgen findet im Escher Kino „Ariston“ das erste „Esch-Festival du Film Intergénérationnel“, kurz EFFI genannt, statt. Am Mittwochabend öffnete das Filmfestival mit dem deutschen Dokumentarfilm „Vergiss mein nicht“ von David Sieveking.

Hoffnung auf eine zweite Ausgabe

Die Escher Bürgermeisterin Vera Spautz bedankte sich zuerst bei Raymond Massard, dem Direktor der Caramba-Kinos, der nicht nur das „Ariston“ zur Verfügung stellte, sondern mit Rat und Tat bei der Auswahl der Filme behilflich war. Sie erklärte weiter, dass auch ohne Simon Groß, dem Direktor des „RBS - Center fir Altersfroen“, das Unternehmen nicht möglich gewesen wäre. „Die Senioren werden ebenfalls in der Escher Gemeindepolitik nicht vergessen“, meinte sie weiter, denn die verschiedenen Aktivitäten würden ständig erweitert. Des Weiteren hoffte sie, dass dies nicht die erste und einzige Ausgabe des generationsübergreifenden Festivals ist. Anschließend gab Simon Groß noch einige Erklärungen über den Zweck der Initiative, die helfen soll, die verschiedenen Alters-Krankheiten zu verstehen, und sie nicht als unerträgliches Übel abzutun.

Aus Liebe zur Mutter

In seinem Dokumentarfilm „Vergiss mein nicht“, der unter anderem 2012 mit dem Hessischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, folgt David Sieveking mit seinem Kameramann Adrian Stähli seiner an Alzheimer erkrankten Mutter Margarete, die von allen nur Gretel genannt wird. Davids Vater Malte will sich in der Schweiz von den anstrengenden Momenten der Pflege erholen. Darum übernimmt der Sohn die Aufsicht über seine Mutter, die hilflos ist, die sich in ihren Erinnerungen verfängt und oft nicht weiß, wer Malte oder David ist. Andererseits entdeckt er ihre bewegte Vergangenheit. Gretel war politisch aktiv und eine Frau, die sich nicht unbedingt an einen Partner binden wollte. Der Zusammenhalt mit Malte überdauerte 40 Jahre wegen der drei Kinder, die aus der Ehe hervorgingen.

Regisseur Sieveking bleibt seiner Mutter stets auf den Fersen, fängt ihre Regungen ein, wie ihre oft komischen Antworten auf seine Fragen. Seine Mutter ist ein Kind geworden, das sich nicht mehr zurechtfindet, aber viel Zuneigung braucht. Neben den Szenen aus dem realen Leben, hat Sieveking auch Filmaufnahmen und Fotos aus der Vergangenheit eingebaut. So entsteht ein relativ komplettes Bild seiner Mutter. David verdammt die Krankheit jedoch nicht. Kein Wort des Bedauerns oder der Wut ist zu hören. Alzheimer ist ein Bestandteil im Leben der Sievekings geworden. Alle versuchen das Beste aus der Situation herauszuholen. So gesehen ist „Vergiss mein nicht“ eine Hymne auf das Leben.


Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite www.effi.lu.