LUXEMBURG
SIMON LAROSCHE

Werner Kloeckner, Trainer des HB Esch, bereitet sich mit Zuversichtauf das historische Hinspiel im Challenge Cup an diesem Samstag vor

Am kommenden Samstag ist es sowei: Dann spielt der HB Esch nämlich erstmals in einem Halbfinale des europäischen Challenge Cups gegen den rumänischen Vereine Suceava. Das Hinspiel findet am kommenden Samstag in Rumänien statt, das Rückspiel am 27. April in Esch-Lallingen. Nachdem die Escher an diesem Wochenende in der heimischen Meisterschaft ihre erste Generalprobe für dieses historische Spiel mit einem 30-23 Sieg in Käerjéng feiern konnten (eine zweite Generalprobe gibt es morgen Abend in Petingen), wendet sich die Mannschaft jetzt langsam aber sicher der Begegnung in Rumänien zu. Der Escher Trainer Werner Kloeckner bereitet seine Spieler mental und körperlich auf den schwierigen Doppeltermin auf europäischem Parkett vor.

Wie läuft derzeit die Vorbereitung auf das Hinspiel im Challenge Cup am kommenden Samstag?

KLOECKNER Diese Vorbereitung wird durch die aktuelle Lage bestimmt. Da wir sechs Nationalspieler in unserem Kader haben, mussten wir zum Beispiel letzte Woche teilweise regenerativ arbeiten, da diese Spieler noch einige Tage zuvor während anstrengenden 14 Tagen bei der Nationalauswahl waren. Wir denken momentan möglichst nur von Spiel zu Spiel. Obwohl wir noch morgen ein Meisterschaftsspiel in Petingen absolvieren müssen, bereiten wir uns ab heute (Montag) für das Spiel in Rumänien vor.

Wie ist die Stimmung momentan in der Mannschaft vor diesem Spiel?

KLOECKNER Ich vergleiche diese Saison mit einem Hürdenlauf. Wir sind in drei Wettbewerben vertreten und wollen demnach eine Hürde nach der anderen meistern. Wir sind gut beraten, uns immer auf die nächste Hürde zu konzentrieren. Unser erstes Ziel muss jetzt sein, unser volles Fokus auf Petingen zu setzen, weil für mich persönlich die Meisterschaft große Priorität hat.

Was wissen Sie eigentlich über ihren Gegner Suceava?

KLOECKNER Ich habe mir eine intensive Spielanalyse von Suceava vorgenommen. Sie haben eine klare Teamstruktur, das heißt sie greifen vornehmlich auf die ersten acht zurück. Ihr Stil ist zunächst einmal durch eine variable, aggressive 5-1 Abwehr ausgezeichnet, da sie über zwei Meter große Innenblockspieler verfügen, können sie aber auch problemlos zu einer 6-0 Variante wechseln. Das Abwehrspiel ist auf aktiven Ballgewinn ausgerichtet, es wird also recht früh beim Gegner gestört.

Das Gegenstoßspiel ist Suceavas stärkste Waffe, sie haben gute Außenspieler und versuchen auch in der zweiten oder dritten Angriffswelle gleich zum Abschluss zu kommen. Der Verein trainiert unter Profi-Bedingungen, demnach sind alle Spieler physisch sehr stark. Jeder unserer Spieler hat ein Video vom Gegner bekommen und eine dazu gehörige Mappe mit sämtlichen wichtigen Informationen zu seinem Spiel. Eine vermeintliche Schwachstelle bei Suceava könnte ihre mentale Einstellung sein. Bei misslungenen Aktionen oder Schiedsrichterentscheidungen wirken sie nicht immer ganz stabil. Das sind so Sachen, die wir nutzen könnten.

Auf „Spione“, die ihren rumänischen Gegner ausgespäht haben, konnten Sie aber nicht zurückgreifen, oder?

KLOECKNER Ich habe verschiedene Leute, mit denen ich mich deswegen unterhalte. Wir haben spezifisch ein Meisterschaftsspiel von Suceava aufnehmen können.Das hat unser rumänischer Torwart-Trainer mit seinen guten Beziehungen in sein Heimatland einfädeln können.Wie nimmt man Spielern vor solch einem historischen Rendezvous die Nervosität?

KLOECKNER Nervosität kann auch gesunde Anspannung sein.

In diesem Bereich haben meine Spieler in dieser Saison bereits einen Riesenschritt nach vorne gemacht, als sie in der vorvergangener Runde in Vojput vor 1.600 fanatischen Serben ein Spiel drehen konnten, das verloren schien. In dieser Begegnung hat die Mannschaft gesehen, was man erreichen kann, wenn man an sich glaubt und bis zum Schlusspfiff kämpft und diszipliniert spielt. Diese mentale Stärke war in der darauf folgenden Runde offensichtlich.

Suceava ist uns physisch überlegen, allerdings kann man mit dem nötigen Teamgeist und mentaler Stärke im Zusammenhalt der Mannschaft einiges auffangen.

Gibt es Spieler, die verletzungsbedingt ausfallen werden?

KLOECKNER Sascha Pulli ist noch wegen einer Schulterverletzung leicht angeschlagen, deswegen haben wir den in den drei letzten Spielen auch etwas geschont.

Martin Muller hat aus der Nationalmannschaft Probleme mit dem Wurfarm zurückgebracht. Ich bin jedoch zuversichtlich, dass wir diese Spieler bis zum Spiel am Samstag wieder hinbekommen werden.

Was wäre ein Wunschresultat im Hinspiel?

KLOECKNER Mein Wunsch ist es immer, zu gewinnen, das ist meine Natur, da ich solche Wettbewerbe liebe.

Am besten wäre also ein Sieg, Genau wie in der vorigen Runde hoffe ich auf ein Plus-Minus von drei Toren in Hasselt, das heißt, wenn wir mit drei Toren Vorsprung gewinnen oder mit drei Toren Rückstand verlieren, dann ist für das Rückspiel alles möglich

Suceava hat ja darauf bestanden, das Hinspiel in eigener Halle auszutragen. Wird sich die Aufgabe dadurch noch schwieriger gestalten?

KLOECKNER Unseren Vorschlag, beide Spiele in Luxemburg auszutragen machten wir eigentlich nur, nachdem wir gehört hatten, dass Suceava einige finanzielle Probleme habe. Natürlich ist es für jede Mannschaft von Vorteil, in eigener Halle zu spielen.

Ich denke aber, dass wir mittlerweile so erfahren sind, dass wir in Rumänien ein positives Resultat erzielen können