DÜDELINGEN
LIZ MIKOS

Das Kulturzentrum opderschmelz stellte sein neues Programm vor

Neues Jahr, neues Programm. So stellte nun auch das Düdelinger Kulturzentrum opderschmelz sein Programm bis zum kommenden Juni vor. Neben den vielen spannenden Terminen wurde gestern aber auch auf ein sehr erfolgreiches Jahr 2019 zurückgeblickt. Trotz oder vielleicht eher dank zahlreicher Veränderungen verkündet John Rech, Direktor des Kulturzentrums: „Wir haben unsere Balance gefunden.“ Das verraten auch die Zahlen. Die Auslastung der überwiegend kulturellen Veranstaltungen ist im vergangenen Jahr um ganze 17 Prozent gestiegen. Obschon auch andere Events in den Räumlichkeiten des Kulturzentrums angeboten wurden, waren 89 Prozent der insgesamt 198 Veranstaltungen kultureller Natur. „Unsere Hauptaufgabe bleibt natürlich auch in diesem Jahr nach wie vor die Kultur“, erklärt John Rech, der sich auch am bedeutenden Anstieg der Besucherzahlen erfreute. Über das ganze Jahr hinweg, Festivals inklusive, erfreute man sich an fast 50.000 Besuchern. Das gilt es jetzt mit dem neuen Programm ebenfalls zu erreichen, bestenfalls zu toppen. Das unter anderem mit ihrem Programm „We love girrrls!“, mit dem sie talentierte Frauen besonders hervorheben.

Jazz im Mittelpunkt

Jazz bleibt in der aktuellen Saison ein großes Thema. Die Konzerte im vergangen Jahr sorgten bei den Zuschauern für so viel Begeisterung, dass die Ängste, die vor einem Jahr vielleicht noch vorhanden waren, nun vollständig verschwunden sind. Neben dem Jazz-Festival wird es auch diesmal Jazz-Darbietungen über das ganze Jahr verteilt geben.

Der wohl bekannteste Name im derzeitigen Jazz-Programm ist das Michel Portal Quintet, das am 15. Juni das Publikum begeistern wird. Doch wie in allen Bereichen trifft das opderschmelz-Team auch hier gerne auf bekannte Gesichter. So wird beispielsweise Tele-Port!, die während ihres Aufenthalts im CCRD opderschmelz an ihrer Musik gefeilt haben, die sie beim „Like a Jazz Machine Festival“ 2019 zum Besten gegeben haben, den Auftakt für die diesjährige Jazz-Saison liefern. Sie werden am 23. Januar die Veröffentlichung ihres Albums feiern, das sie in Zusammenarbeit mit „Double Moon Records“ aufgenommen haben. Wer sich im Bereich Jazz auskennt, dem dürfte der Name des russischen Saxophonisten Zhenya Strigalev ein Begriff sein. Er ist ein Teil von Tele-Port! Und zurzeit in der Londoner Jazz-Szene nicht mehr wegzudenken.

Eine kraftvolle Hommage an bedeutende Frauen der Geschichte bietet am 21. April Yazz Ahmed. Sie wird ihr drittes Album „Polyhymnia“ vorstellen, das im Oktober letzten Jahres erschienen ist. Die junge Trompetistin lässt Einflüsse ihrer arabischen Herkunft in ihre Musik mit einfließen und verwischt gekonnt die Grenzen zwischen Jazz und Electronica.

Viele Überraschungen

Bei Tina Dico rechnet man im opderschmelz mit einer doppelten Überraschung - musikalisch sowie auch vom Publikum her. Seit mehreren Jahren sollte dieses Konzert nun zustande kommen, am 6. Februar ist es endlich soweit. Obwohl die Werbung für das aktuelle Programm noch nicht richtig angelaufen ist, ist der Vorverkauf für diese Darbietung bereits ordentlich angelaufen. Wie bereits erwähnt ist opderschmelz aber auch vor allem für seinen freundschaftlichen Umgang mit Künstlern und Besuchern bekannt, daher kehren beide stets gerne in die Räumlichkeiten zurück. Erstmals 2014 beim Zeltik Festival in Düdelingen zu sehen, kehren die „Celtic Legends“ am 22. April in die Stadt im Süden zurück. Obschon sie für gewöhnlich größere Hallen füllen, äußerte die Tanzgruppe den Organisatoren gegenüber schon ihre Vorfreude auf die Rückkehr nach Düdelingen.

Wer nicht an Reinkarnation glaubt, erlebt am 4. Mai eine weitere Überraschung. Randy Hansen tritt mit seiner Band als wahrhaftes Jimi-Hendrix-Double auf. Manche sagen sogar, dass je nachdem wie das Licht auf den Musiker fällt, man tatsächlich glauben könne, die Rocklegende würde vor einem stehen. Für Rock- und Blues-Fans ein absolutes Muss.

Für Groß und Klein

Polemik sei Dank, ist das Programm um ein lehrreiches Kindertheater reicher geworden. „Ein Känguru wie du“ von Ulrich Hub, dürfte so manch einem ein Begriff sein. Zentral im Theaterstück sind vor allem die Themen Freundschaft, die Suche nach Identität und Respekt. Die Geschichte soll Kinder schon von klein auf für das Thema Homosexualität sensibilisieren und mit Klischees aufräumen. Auch Erwachsene sind natürlich am 10., 11. und 12. Februar herzlich willkommen.

Höher liegt die Altersbeschränkung beim Literatur-Nobelpreis gekrönten „Le Gardien“ von Harold Pinter. Ab 15 Jahren darf man sich an der französischsprachigen Darbietung erfreuen. Ein intensives Stück, das sich mit Problemen der Gesellschaft auseinandersetzt und absolut sehenswert ist. Wer sich von der Geschichte mitreißen lassen will, kann dies am 28. und 29. Februar sowie am 2. März tun.

Jetzt schon genießen

Literarisch startet opderschmelz schon nächste Woche mit dem „Kannerbicherdag“, der für immer mehr Begeisterung sorgt. Neue Leute und auch immer mehr Autoren zeigen ihr Interesse, was den Organisatoren natürlich schmeichelt. Viel weiter wachsen sollte das Event allerdings nicht, erklärt John Rech. „Der Charme dieser Veranstaltung liegt darin, dass die Besucher sich mit den Autoren austauschen können, Zeit haben, Lesungen zu besuchen. Hierher kommt man um sich von den Büchern verführen zu lassen.“

In diesem Jahr wird es insgesamt acht Lesungen geben, das sind zwei mehr als im vorherigen Jahr. Eine weitere Neuerung ist, dass die Lesungen parallel zum Figurentheater stattfinden werden, da die Besucherzahl dies einfach ermöglicht.

Die Kunstgalerien bleiben auch in diesem Jahr selbstverständlich nicht leer stehen. Bereits am Samstag feiert die Ausstellung von Julie Wagener und Sali Muller Vernissage. Julie Wagener konzentriert sich vor allem auf Ölmalerei und beschäftigt sich vor allem mit den Themen Burnout, Depression und dem Umgang damit. Sali Muller, ebenfalls an gesellschaftlichen Themen interessiert, konfrontiert Besucher mit dem Status der Frau und mit dem Menschen innerhalb einer Gesellschaft.

Weitere Infos zum Programm und Tickets unter www.opderschmelz.lu