LUXEMBURG
DANIEL OLY

Die „Jonk Entrepreneuren“ ehrten die besten Projekte bei den „Project Management Awards“

Korrekt planen, zusammen etwas ausarbeiten, gemeinsam Lösungen finden, mit Auftraggebern sprechen, Kunden begeistern, Teamwork beweisen, den richtigen Riecher haben: Die Liste der Anforderungen an die Teilnehmer des „Project management“-Wettbewerbs, der von den „Jeunes Entrepreneurs“ zusammen mit der Handelskammer organisiert wurde, und sich direkt an Schüler im Alter von 17 Jahren richtete, ist lang.

Aber ebenso lang war die Liste der potenziellen Preisträger, die am gestrigen Dienstag ihr erfolgreich zusammen ausgearbeitetes Projekt mit ihren Klassenkameraden und Teammitgliedern in der Handelskammer vorstellen konnten. Etwa „Nature detectives“ aus dem technischen Lyzeum in Lallingen, die eine Abenteuerjagd in freier Wildbahn für „Natur an Emwelt“ organisiert hatten. „Wir hatten eine enge Zusammenarbeit und sind durch die Organisation viel enger zusammen gewachsen“, weiß eines der Teammitglieder zu berichten. Gleichzeitig sei man auch mit unerwarteten Situationen gut zurechtgekommen: „Wir mussten einen Krankenwagen rufen, weil sich jemand verletzt hatte“, weiß der Verantwortliche des Events. „Letztendlich ist aber alles gut gegangen.“ Auch andere Projekte haben ihren Organisatoren viel gebracht. „Ich habe gelernt, mit Leuten zu reden, Kontakte herzustellen und mich besser mit anderen zu organisieren“, berichtet eine Teilnehmerin.

Einsatz geehrt

So mussten sich die Projektteilnehmer eine klare Struktur geben, die Rollen verteilen, Verantwortung abgeben und aufeinander vertrauen. „Das hat uns sehr viel gelehrt“, meint einer der Teilnehmer, der mit seinen Klassenkameraden bei „Eat, Play and try to win“ eine Sportveranstaltung organisierte. Dabei mussten sie auch lernen, mit Rückschlägen klarzukommen. „Unser Auftraggeber hat uns abgesagt, und wir mussten uns neu organisieren. Zum Glück konnten wir rechtzeitig einen Ersatz auftreiben“, meinte er.

Am gestrigen Dienstag wurden die besten drei Projektideen mit dem „PM Award“ ausgezeichnet. Die großen Gewinner am Ende: „EPMC Goes Pink“ aus der Privatschule Marie-Consolatrice. Sie hatten eine Gala auf Belval organisiert, deren Erlös für die Brustkrebsforschung gesammelt wurde - und dabei mit 700 Euro Startkapital rund 13.000 Euro umgesetzt und die Jury voll und ganz überzeugt. Der zweite Preis ging derweil an „Save the Ocean“ aus dem LTB und hatte sich dem Kampf gegen Plastikmüll verschrieben - zusammen mit dem verpackungsfreien Händler „OUNI“ - während der dritte Preis an „The Power of Dance“, ebenfalls aus dem LTL, ging. Sie hatten für die Stiftung „Kriibskrank Kanner“ gesammelt. Man merkte denn auch schnell: In diesem Jahr waren soziale Themen ganz vorn mit dabei, das Engagement hatte den Organisatoren besonders gut gefallen. Insgesamt hatten 175 Schüler aus 24 Projekten an dem Wettbewerb teilgenommen. Reichlich frische Ideen und neue Konzepte waren damit auf dem Prüfstand.

Die „Jonk Entrepreneuren“ freuten sich denn auch über die rege Teilnahme an dem Programm, das nicht unbedingt neue Kompetenzen, wohl aber mehr Engagement und Eigenverantwortung vermitteln sollte. Es sei wichtig, dass sich die Jugend für außerschulische Aktivitäten derart mobilisieren lasse, hieß es gestern. Teamarbeit, Engagement - „das sind die wichtigen, zentralen Elemente für den Erfolg im Beruf“, erklärte denn auch Gastredner Goy Grosbusch.

Und der weiß, wovon er spricht. Seit acht Jahren arbeitet er im Familienbetrieb des Obst- und Gemüse-Großhändlers, der jetzt bereits in der 4. Generation geführt wird. „Der Schritt dorthin war nicht immer leicht, und deshalb soll meine Geschichte euch vielleicht Mut machen, das Wagnis einzugehen“, erklärte er gestern. So habe er sich anfangs bewusst gegen den Familienbetrieb entschieden und Webdesign studiert. „Ich habe aber schnell gemerkt, dass mir die soziale Interaktion und das Engagement fehlten“, sagte Grosbusch. Und so sei der doch noch beim Grossisten gelandet.

Dann die Füße stillhalten? Findet Goy Grosbusch keine gute Idee. „Ich habe versucht, das Image der Firma umzukrempeln und auch international auszurichten“, erklärte er. Dabei sei er auf viel Widerstand gestoßen. „Die Lektion dabei ist: Bleibt am Ball. Man muss immer an sich glauben - das kann auch euch passieren, und wenn ihr mit der nötigen Passion für euer Projekt bei der Sache seid, wird es irgendwann ein Erfolg“, rät er weiter.

So riet er auch dazu, möglichst viel Erfahrung wie bei den Projekten der „Jonk Entrepreneuren“ zu sammeln. „Ich habe selbst viele Praktika gemacht. Das Außerschulische ist sehr wichtig, um später zu wissen, was man wirklich machen will“, erklärt Grosbusch. „Es ist so unglaublich wichtig zu wissen, was der eigene Traum, der Erfolgswunsch ist. Und man lernt auch, was man nicht machen will. Diese Erfahrung will ich um keinen Fall verpasst haben.“

Sein Rezept für den Erfolg, das er an die jungen Köpfe mit ihren frischen Ideen herantrug: „Leidenschaft - findet eure Wunschkarriere. Das macht ihr lange, deshalb findet etwas das ihr wirklich machen wollt. Motivation - habt Lust am Arbeiten, denn das führt auch zu besseren Ideen. Optimismus - bleibt immer positiv, auch wenn mal nicht so läuft. Und Durchhaltevermögen - glaubt an eure Ideen und bleibt am Ball.“


Mehr Informationen unter jonk-entrepreneuren.lu