LUXEMBURG
DAN WENNMACHER

Ob im Film, im Fernsehen oder in der Literatur: Das Bild eines stereotypen Spielers von Videospielen ist omnipräsent. Schüchtern, verschlossen, verklemmt und versteckt wird gezockt, auf Teufel komm raus – und Sozialkontakte gibt es keine. Dieses Image eines stereotypen „Gamers“ kommt nicht von ungefähr, sondern steckt auch immer noch ein wenig in den Köpfen der Gesellschaft, die in den Spielen einen kindischen Zeitvertreib sieht. Dabei sind die Spieler aber viel besser als ihr Ruf – und damit sich der ändert, sind auch positive Vorbilder gefragt, wie die Organisatoren von „Zocken mat Häerz“, die in diesem Jahr schon zum vierten Mal einen 24-Stunden-Marathon zum guten Zweck veranstalten; der Organisator und Gründer Dan Wennmacher erklärt, warum:

„Spieler haben einen schlechten Ruf und werden eher zu Unrecht als introvertiert und selbstsüchtig wahrgenommen. Das Image eines Spielers, der im Keller haust, den ganzen Tag über nur zocken möchte und dabei die Welt um sich herum vollständig außen vor lässt, ist noch immer in den Köpfen – die Gesellschaft sieht dabei eben, was sie sehen will. Denn eigentlich sind die ‚Gamer‘ sehr viel besser als ihr Ruf, und eben ganz normale Bürger. Spielen ist als Hobby eben ganz gewöhnlich und sollte deshalb längst von seinem Stigma erlöst sein. Mir sieht man wohl beim Gehen durch die Einkaufsmeile nicht an, dass ich liebend gerne zocke? Zuletzt geriet die Szene stärker in den Fokus, weil der E-Sport zum Thema wurde; völlig zurecht, denn auch mit Spielen lässt sich einiges erreichen, wie mehrere erfolgreiche Projekte zeigen – auch, wenn das Image noch immer seine Macken hat.

Damit sich das ändert, braucht es natürlich ein Umdenken, nicht nur seitens der öffentlichen Darstellung und der damit zusammen hängenden Wahrnehmung. Auch wir Zocker selbst sind gefragt und müssen dabei unseren Teil dazu beitragen und zeigen, dass uns die Welt eben nicht egal ist. Wir müssen selbst zeigen, dass es auch anders geht, dass Spieler sich durchaus engagieren, dass wir uns einer sozialen Aufgabe bewusst sein können. Deshalb haben wir vor vier Jahren mit ‚Zocken mat Häerz‘ begonnen, einem 24-Stündigen-Spendenmarathon, bei dem wir via Live-Übertragung spielen und Spenden sammeln. Ein Konzept, das es im Ausland schon mit durchschlagenden Ergebnissen gibt, und auch bei uns greift: Im vergangenen Jahr haben wir mehr als 1.000 Euro an Spenden sammeln können – und das ohne finanzielle Hilfe. Zugleich hatten wir viel Engagement seitens der Zuschauer. Das zeigt, dass die Spieler-Community sich durchaus für wohltätige Zwecke begeistern kann. Wir hoffen in diesem Jahr bei unserer vierten Ausgabe auf einen weiteren Sprung nach vorn. Los geht es am 6. April um 18.00.

Mehr unter www.facebook.com/Zockenmathaerz