BARTRINGENCATHERINE NOYER

Die Frühjahr-Sommer-Mode 2020 orientiert sich an den 1970er Jahren

Der Megastar der Mode in diesem Frühjahr und Sommer ist Leder. „Es heißt Leder total und ist in Form von Kleidern, Overalls, Jacken, Hemden und Röcken zu finden“, informiert Chantal Rizzi. Die Einkäuferin im Modehaus Bram im Einkaufszentrum City Concorde in Bartringen ist bereits einige Jahrzehnte in der Branche und weiß was die Luxemburger Kundschaft wünscht. Im Gespräch mit dem Lëtzebuerger Journal erklärt sie, was in den nächsten Monaten angesagt ist.

Foto: CN - Lëtzebuerger Journal
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Dazu gehört Leder als eines der Hauptthemen und die Art und Weise, wie man damit den Casual Look für den Alltag inszenieren kann. Bei Leder denkt man zunächst an eine etwas starre Materie, doch bieten die Hersteller hier eine breite Palette an. „Alles ist eine Frage des Preises. Es gibt hochwertiges Leder, das sogar waschbar ist. Dabei kommt es darauf an, dass es entsprechend unterlegt ist, was es zudem auch angenehm beim Tragen macht. Dann gibt es den Fake-Leder Bereich, nachgemachtes Nappa- oder Velours-Leder. Für jeden Geldbeutel dürfte etwas dabei sein. Hauptsache es ist ein neuer Look“, sagt die Fachfrau. Ein weiteres Thema betrifft die Farbe. Monochromie ist hier das Zauberwort, kein total neuer Look, sondern einer, der bereits im letzten Winter aktuell war.

„Es bedeutet, dass das gesamte Outfit Ton in Ton getragen wird, mit unterschiedlichen Nuancen oder Degradees“, erklärt Chantal Rizzi.

Absoluter Höhepunkt der saisonalen Mode sind Kleider. „Ich kann mich an keinen Sommer erinnern, für den so viele Kleider angeboten wurden wie in diesem Jahr. Vor allem in vielen unterschiedlichen Längen von kurz über Midi bis Maxi“, unterstreicht die Fachfrau.

Besonders hier ist zu sehen, dass die 70er Jahre die Basis für die aktuellen Trends bilden. Hippie-Muster, Prints aus den 70ern, sowie Batikmuster und Stufenkleider erinnern an diese Zeit. Romantische, feminine Noten werden durch Plissee- und Chiffon-Röcke erzeugt. Besonders transparente Stoffe von Organza bis Baumwollchiffon oder Tüll machen die Trägerinnen zu Stadtballerinas.

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Cargohosen in neuem Look

Die zarten Kleider werden gerne mit Lederhemden kombiniert, damit sich ein neuer Look ergibt, der der Romantik etwas Wind aus den Segeln nimmt. „Mit Lederhemden lässt sich jedenfalls sehr viel machen, egal ob sie echt oder aus Imitat sind. Sie waren lange Zeit verschwunden und sind jetzt wieder da“, sagt die Einkäuferin.

Was die Farben betrifft, so stehen Cognac, Khaki, Naturfarben, Blau und Grün an der Spitze. Flechtwerk, Batiken und Drucke der 1970er Jahre erlauben neue Kombinationsmöglichkeiten. Auch Metallic-Stoffe sind in allen Kollektionen von Casual bis zur Abendgarderobe zu finden.

Bei den Hosen halten sich die Slim-, Boyfriend-, und andere Linien als Basics. Weiterentwickelt wurden die Formen sowohl bei den etwas eleganteren als auch bei den sportiven Modellen. Marlene-Hosen sind immer noch präsent und zeigen sich mal verkürzt oder in normaler Länge, neben andern weiten Hosen in verschiedenen Längen wie wadenlange Culottes und kürzere Bermudas.

Die sportiven Cargohosen erhalten ebenfalls einen neuen Look durch ¾ Längen und geschlossene Fußbündchen.

Zu den 70er Jahren gehört ebenfalls die Schlaghose, die wieder am Kommen ist. Hauptsächlich im Jeansbereich. Wer es sich leisten kann, darf sich mit ultrakurzen Shorts stylen.

Bei verschiedenen Marken haben sich Neonfarben, die aus dem Sportbereich kommen, vom Winter auf den Sommer gerettet. Die werden laut Chantal Rizzi allerdings nur als Farbtupfer eingesetzt, zum Beispiel als Gürtel oder anderes Accessoire.

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Sommer mit leichten Stoffen

Zum Sommer kommen Stoffe wie Batist, Seide, Spitze und Technoqualitäten zum Einsatz. Letztere sollten hochwertig und luftdurchlässig sein. „Hier sollte man auf den Preis achten. Eine Bluse aus Polyester-Seide beispielsweise in der Preislage einer Seidenbluse, trägt sich auch wie eine Seidenbluse“, weiß die Fachfrau.

Den Business-Bereich deckt der Blazer ab, vorausgesetzt er ist bequem. „Jersey- und andere Stretch-Blazer verkaufen sich allemal. Die Frauen wollen keine starren Kleidungsstücke, in denen ihre Bewegung eingeschränkt ist. Zwar ist der Oversized Blazer im Trend, aber unbequem darf auch der nicht sein“.

Neu ist die Kombination von Kleid mit Hose. Das darf dann ein durchgeknöpftes Kleid sein, das offen über der Hose getragen wird. Dann noch das Lederhemd darüber – und fertig ist der neue Look.

Vorgegeben werden die Trends bei den Fashion Shows in Paris, London, Mailand und New York. „Von Dior ließen sich viele Hersteller inspirieren, so auch von der Toile de Jouy, für die Kleidung in Blau-Weiß“.

Verfolgen nun alle Marken dieselben Trends? „Im großen Ganzen ja. Im Schnitt werden in einer Kollektion rund 250 Teile angeboten. Was gekauft wird, ist je nach Land unterschiedlich. Luxemburg hat eine spezielle Position zwischen dem deutschen und französischen Markt. Da muss man als Einkäuferin schon genau wissen, was man dem internationalen Publikum anbietet“, bringt es Chantal Rizzi auf den Punkt.

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