LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Bill Yard - der neue luxemburgische DJ und Produzent stellt sein Projekt vor

Bill Yard: Er heißt nicht nur so, sondern sieht auch so aus. Hinter einer riesigen Billardkugel versteckt der neue luxemburgische Künstler seine Identität. Mittlerweile hat er zusammen mit der „Summer Sky Agency“ bereits seine zweite Single veröffentlicht. Was es mit der Maske auf sich hat, und was die Idee hinter seinem Projekt ist, erklärt der DJ und Produzent im Interview mit dem „Lëtzebuerger Journal“.

Dich kennt man nun als neuen DJ und Produzenten unter dem Namen „Bill Yard“, Deine Identität soll allerdings geheim bleiben. Wie kam es zu dieser Entscheidung?

Bill Yard Ich will als Bill Yard aus der Masse herausstechen. Es gibt heutzutage extrem viele DJs, deshalb wollte ich von Anfang an dafür sorgen, dass ich einen optischen Wiedererkennungswert habe, der es mir vereinfachen soll, meine Musik unter die Menschen zu bringen, und den Leuten auch im Gedächtnis zu bleiben. Da die Musikwelt sehr überladen ist, vergessen die Leute einen schnell, deshalb reicht es mittlerweile nicht mehr nur Musik zu machen, um sich zu promoten.

Passend zum Namen versteckst Du Dein Gesicht hinter einer riesigen Billardkugel. Welche Idee hattest Du zuerst: den Namen oder die Maske? Beziehungsweise wie wählt man einen solchen Künstlernamen überhaupt?

Bill Yard Eigentlich sind Name und Maske ein bisschen Hand in Hand gegangen. Mir war von vorneherein klar, dass ich eine Maske tragen möchte. Dann hat sich nur noch die Frage des Designs gestellt. Ich wollte etwas, das jeder Mensch auf diesem Planeten schon kennt, bei dem allerdings noch keinem die Idee kam, es sich auf den Kopf zu setzen. Ich glaube, was die Wahl des Künstlernamens angeht, gibt es keine goldene Regel. Ich wollte etwas, das im Gedächtnis bleibt, speziell ist, ohne zu weit suchen zu gehen. I like it simple.

Du willst, dass die Leute von Deiner Musik überzeugt sind und nicht von der Person dahinter. Da stellt sich natürlich die Frage: Glaubst Du, dass es möglich ist in einem kleinen Land wie Luxemburg, Deine Identität geheim zu halten?

Bill Yard Bei allen großen internationalen Künstlern, die ihre Identität hinter einer Maske versteckt haben, kam irgendwann raus, wer sie sind. Ich denke, dass es ab einem bestimmten Niveau einfach unmöglich ist, seine Identität geheim zu halten. Ich mache mir deshalb aber eigentlich auch nicht so viel Druck. Sollte meine Identität irgendwann öffentlich werden, so wäre trotzdem immer noch Bill Yard das Gesicht des Projekts, und nicht die Person, die dahinter steckt. Die Maske ermöglicht es mir, mein Alter Ego zu sein, wenn ich sie trage, und ein ganz normaler luxemburgischer „Dude“, wenn ich sie abnehme. Der Durchschnittsbürger ackert sich unter der Woche ab, um dann am Wochenende in den Clubs Gas geben zu können und eine gute Zeit zu haben. Dieses Ventil bietet mir sozusagen meine Maske. Sie ermöglicht mir, ein gesundes und interessantes Zusammenspiel zwischen meinem Alter Ego und mir selbst.

Was die Idee der Maske angeht, hast Du Dich an Größen der Musikbranche inspiriert. Hast Du auch musikalische Vorbilder oder Künstler, die Deine Musik besonders beeinflussen?

Bill Yard Ich habe extrem viele Interessen und höre eigentlich querbeet alle Musikgenres. Ich bin sehr offen für jede Art von Musik, was meiner Meinung nach für einen Künstler auch enorm wichtig ist, damit man seinen Horizont so weit wie möglich erweitern kann, und viele Inspirationen sammeln kann.

Wie würdest Du Leuten, die Dich nicht kennen, Deinen Sound beschreiben?

Bill Yard Momentan habe ich noch keinen konkreten Sound. Ich mache das, worauf ich Lust habe. Meine Musik wird natürlich immer elektronisch bleiben, „dancy“, mal lauter mal softer. Auch hier versuche ich offen zu bleiben und mich nicht auf einen bestimmten Sound zu beschränken. Wer ganz genau hinhört, hört das Geräusch einer Billardkugel. Das ist einer meiner „signature sounds“ und wird auch in all meinen Liedern zu hören sein.

Du hast nun Deine zweite Single „Like A Carousel“ veröffentlicht. Wie sind die Single und das Video entstanden?

Bill Yard Genau, am 21. Mai kam nun die zweite Single raus. Sie unterscheidet sich vom Genre her etwas von der ersten Single „Rollercoaster“. Es geht diesmal etwas mehr in die Richtung Tech House, Deep House. Ich will damit zeigen, dass ich mich jetzt am Anfang des Projektes sound-technisch bewusst nicht einschränke. Dieser, wie auch der erste Song, wurde von Jimmy Braun koproduziert, und das Video wurde von Amii Watson in Luxemburg gedreht. Für das neue Musikvideo haben wir mit der talentierten Shufflerin Arina Luisa aus der Schweiz zusammengearbeitet.

Was können die Leute in Zukunft von Dir erwarten? Gibt es schon konkrete Pläne: Vielleicht eine EP, ein Album oder ein Auftritt?

Bill Yard Ich will vor allem regelmäßig Musik veröffentlichen. Ich bin nonstop dabei, an neuen Liedern zu arbeiten, und da wird auf jeden Fall noch viel kommen in nächster Zukunft. Es wird sicherlich ein langwieriger und schwieriger Prozess, aber ich bin topmotiviert, mir einen Namen zu machen. Es ist praktisch, dass ich meine Musik selbst produzieren kann. Das gibt mir Freiheit, die wichtig für den kreativen Prozess ist. Es steckt sehr viel in Planung, und jetzt wo das Produkt in seinen Startlöchern steht, schaue ich nur noch nach vorne.

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