LUXEMBURG
PATRICK WELTER

Die luxemburgischen Erzeuger sind sehr unterschiedlich aufgestellt

Mit Fragen rund um das Thema Milch wandten sich die beiden liberalen Abgeordneten André Bauler und Gusty Graas an Landwirtschaftsminister Romain Schneider (LSAP). Die Milchproduktion spielt im Agrarsektor Luxemburgs eine führende Rolle, es gibt mehr als 600 Betriebe mit Milchkühen. Nach Auffassung der beiden Fragesteller werden Alternativen zur Kuhmilch immer beliebter. Was zu einer Reihe von Fragen an den Minister führt.

Zahlreiche Detailfragen

Wie hoch sind die durchschnittlichen Produktionskosten pro Liter Kuhmilch in Luxemburg? Können die Bauern mit der Milchproduktion Gewinne erzielen? -Wie hat sich der Milchkuhbestand in den letzten 10 Jahren entwickelt? Welche Folgen hatte das Ende der Milchquotenregelung 2015? Wie viel der in Luxemburg erzeugten Milch ist für den heimischen Markt bestimmt? Wo gehen die Exporte hin? Wie ist die Entwicklung des Kuhmilchverbrauchs in den letzten Jahren? Wie steht es mit dem Konsum von ökologisch erzeugter Milch aus
Schneider antwortet ganz ausführlich auf die vielen Fragen. In den Jahren 2017 und 2018 erzielten ein Milchproduzent im Median (50 Prozent der Produzenten hatten weniger und die anderen Hälfte mehr) ein Einkommen von 14,5 cts/kg Milch (2017) bzw. 11,9 cts/kg Milch (2018). Die Einkommensberechnung umfasst sowohl variable, auch fixe Kosten, . Auf der Grundlage dieses Einkommens muss der Milchviehhalter sich selbst und den auf dem Betrieb tätigen Familienmitgliedern eine Vergütung für die geleistete Arbeit, Zinsen auf sein investiertes Eigenkapital und für die in seinem Besitz befindlichen landwirtschaftlichen Flächen zahlen.

Hälfte der Betriebe ohne Kostendeckung

Bei mehr als der Hälfte der Milchviehbetriebe konnte man mit diesem Einkommen nicht die Kosten decken. Es besteht aber eine große Heterogenität zwischen den 300 spezialisierten Milchviehbetrieben – mit sehr unterschiedlichen Erträgen. 
Der Milchviehbestand hat in den letzten 10 Jahren um 20% zugenommen. Der größte Anstieg erfolgte zwischen 2015 und 2017. Mit 53.947 Tieren im Jahr 2019 ist der Milchviehbestand jedoch immer noch niedriger als vor Einführung der Milchquote Anfang der 1980er Jahre. Das Ende der Milchquotenregelung 2015 führte zu einer Spezialisierung der Milchproduktion, der Milchviehbestandes stieg um 15 Prozent bis 2019. Der Gesamtrinderbestand sank um vier Prozent.
Im Jahr 2019 lieferten 204 der 639 Milchviehbetriebe ihre Milch direkt an Molkereien in den Nachbarländern. . Für das Jahr 2019 wurden 56% der nationalen Kuhmilchproduktion exportiert. Der „Bio-Milch-Sektor“ befindet sich in einer ähnlichen Situation. Deutschland und Belgien sind die Hauptbestimmungsländer.
Dem Landwirtschaftsministerium liegen keine zuverlässigen Zahlen über die Entwicklung des Verbrauchs von Lebensmitteln vor. Nach Prognosen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen) wird die weltweite Nachfrage nach Milch und Milchprodukten auch in den kommenden Jahren weiter steigen.