LUXEMBURG
SIMONE MOLITOR

„Solistes Européens, Luxembourg“ bieten zwölf Konzerte in der Saison 2020/21

Die „Solistes Européens, Luxembourg“ (SEL) geben sich optimistisch, was den Start in die Konzertsaison im Herbst anbelangt und haben deshalb vergangene Woche bereits ihr Programm präsentiert. „Platten oder Youtube können keine Konzerte ersetzen“, meinte SEL-Präsident Jérôme Wigny bei einer digitalen Pressekonferenz. Wohl sei es eine Herausforderung, kulturelle Veranstaltungen unter Berücksichtigung der sanitären Maßnahmen und der geltenden Abstandsregeln zu organisieren, man hoffe aber, nichtsdestotrotz das Publikum davon überzeugen zu können, in die Konzertsäle zurückzukehren. Generaldirektor Eugène Prim und Orchesterchef Christoph König gehen aber davon aus, dass sich die Dinge bis September noch ändern werden, sodass man planmäßig in die Saison 2020/21 starten könne, wenngleich möglicherweise mit einer reduzierten Zuschauerzahl.

Gesamtaufnahme aller Beethoven-Symphonien

Die Spielzeit zum 30. Jubiläum der SEL musste wegen der Corona-Pandemie im März vorzeitig beendet werden. „Wir freuen uns auf die nächste Saison und auf den neuen Schwung, den uns die überstandene Krise bescheren wird“, schreibt der musikalische Direktor Christoph König im Vorwort des Programmhefts. Vier Konzerte waren abgesagt worden, wovon aber für zwei neue Termine gefunden werden konnten. „Wir haben vom Lockdown profitiert, um insbesondere unser großes CD-Projekt mit allen neun Beethoven-Symphonien sowie Fragmenten der zehnten Symphonie fertigzustellen. Im Herbst können wir dann eine schöne Box mit fünf CDs vorstellen“, informierte Prim.

Das Saison-Eröffnungskonzert ist am 18. September im großen Saal der Philharmonie vorgesehen. „Wir starten nach klassischem Muster in die neue Spielzeit, indem wir wie in den letzten Jahren als erstes eine luxemburgische Komponistin oder einen luxemburgischen Komponisten vorstellen. Dieses Mal ist uns die Mitwirkung von Catherine Kontz gelungen. Sie ist eine weitschauende Künstlerin und arbeitet spartenübergreifend, realisiert beispielsweise auch Installationen“, erklärte Dirigent Christoph König. Auf dem Programm des ersten Konzerts steht ihr Stück „The Wave“. Solistin des Abends ist die Violinistin Arabella Steinbacher, die laut König „kombinatorisch etwas Interessantes“ vorgeschlagen hat. So trifft Johann Sebastian Bach auf Arvo Pärt, und als Abschluss gibt es die siebte Symphonie von Beethoven.

Von „Concert-surprise“ bis Kammermusik

Am 12. Oktober steht wieder ein „Concert-surprise“ an. Solist ist Marc-André Hamelin, den König als „charaktervollen, besonderen und Nicht-Mainstream-Pianisten“ beschrieb. Auf dem Programm stehen unter anderem die Komposition „Egdon Heath“ von Gustav Holst sowie ein Stück von Ravel. Über den zweiten Programmteil wird derweil nichts verraten.

Das erste Konzert in der Camerata-Reihe (im Kammermusiksaal der Philharmonie) findet am 26. Oktober statt. Die französische Sängerin Sarah Lancman und der italienische Pianist Giovanni Mirabassi bieten eine Hommage an die „Chanson Italienne“. Ebenfalls im Kammermusiksaal tritt am 23. November die Luxemburger Pianistin Françoise Tonteling mit ihrem Programm „Lost in translation“ auf. „Sie gestaltet einen ganz speziellen Klavierabend mit armenischen und litauischen Volksliedern aber auch eigenen Kompositionen“, erläuterte Prim. Am 30. November wird Jean Muller im großen Auditorium ein Klavierkonzert unter dem Titel „Per Asper ad Astra: Beethoven´s last Piano Sonatas“ spielen.

Abschiedskonzert von Tasmin Little

Am 16. Dezember wird das „Concert de solidarité“ mit der Violinistin Tasmin Little, das wegen der Corona-Pandemie hatte abgesagt werden müssen, im Trifolion in Echternach nachgeholt, sehr zur Freude von Christoph König, ist es doch gleichzeitig das Abschiedskonzert der britischen Geigerin. „In der heutigen Zeit erregt das Aufmerksamkeit, was neu, jung und frisch ist, was in dem Augenblick einfach noch unbekannt ist. Viele Solisten werden ab dem Alter von 40 Jahren nicht mehr so häufig gebucht, nicht weil sie nicht geschätzt werden, sondern weil die Orchester etwas wollen, was sie noch nicht kennen. Tasmin Little hat es wohl geschafft, etabliert zu bleiben, sie ist unglaublich gut, dennoch hat sie sich entschieden, ihre Bühnenkarriere als Solistin mit Symphonieorchester zu beenden. Es ist ein unglaubliches Glück, dass sie sich für ihr letztes Konzert für uns entschieden hat. Sie ist eine famose Künstlerin“, schwärmte König. Spielen wird sie das Violinkonzert und die fünfte Symphonie von Beethoven sowie ein Stück des Komponisten Albert Hermann Dietrich. Der Erlös geht über die Fondation COVID-19 an die „Association Nationale des Infirmières et Infirmiers du Luxembourg“ (ANIL).

Vorgeschmack auf 2021

Das Konzert zu Ehren des 100. Geburtstags von Großherzog Jean mit David Ianni am Piano und Gil Shaham an der Violine am 5. Januar ist derweil bereits ausverkauft.

Am 22. Februar treten Sandrine Cantoreggi (Violine), Petra Vahle (Alto) und Manuel Fischer-Diskau (Cello) in der Camerata-Reihe auf. Für den 23. März wurde ein Programm mit dem Namen „Europe meets Japan“ erarbeitet, für das die Violinistin Akiko Suwanei als Solistin gewonnen werden konnte. Im großen Konzertsaal stehen einerseits Mendelssohn und Bach und andererseits Stücke von den beiden japanischen Komponisten Toru Takemitsu und Kosaku Yamada auf dem Programm. Am 26. April steht der weltbekannte Trompeter Reinhold Friedrich im „Grand Auditorium“ auf der Bühne. Im Kammermusiksaal spielen am 3. Mai die Violinisten Klaidi und Alexander Sahatçi - Vater und Sohn – sowie der Pianist Kateryna Tereshchenko. Solist des Saison-Abschlusskonzerts am 23. Mai unter dem Motto „F.A.E. oder der dritte Mann – zum Zweiten“ ist ebenfalls Klaidi Sahatçi.

Lesen Sie dazu auch noch einmal unseren Artikel „Spiel auf Zeit“: tinyurl.com/SaisonSEL

Alle Informationen unter www.sel.lu. Der Vorverkauf läuft über luxembourgticket.lu, Tel. 47 08 95-1 oder info@luxembourgticket.lu