LUXEMBURG
CHRISTIAN SPIELMANN

„Big Game“ bietet eine ironische Alternative zum Actionkino

Der amerikanische Präsident wird gerne in Actionfilmen als Objekt der Begierde von Gaunern und Terroristen benutzt. Dem Zuschauer werden dann apokalyptische Szenarien präsentiert, die zeigen, was geschehen könnte, geriete dieser mächtige Mann in die Hände von Bösewichten.

„Air Force One“ (1997) von Wolfgang Petersen ist so ein Film, genau wie „Olympus has Fallen“ (2013) von Antoine Fuqua und „White House Down“ (2013) von Roland Emmerich. Der finnische Film „Big Game“ von Jalmari Helander beschreibt ebenfalls eine für den US-Präsidenten bedrohliche Situation, aber auf eine lustige und parodistische Art und Weise.

Absturz in Finnland

Am Vortag seines 13. Geburtstags wird Oskari (Onni Tommila) von seinem Vater Tapio (Jorma Tommila) in der finnischen Waldlandschaft ausgesetzt. Mit Pfeil und Bogen bewaffnet, soll er einen Hirsch erledigen, eine Tat, die ihn nach den herrschenden Traditionen zum Mann macht. Derweil fliegt die Air Force One, das Flugzeug des US-Präsidenten William Moore (Samuel L. Jackson), Richtung Helsinki. Geheimagent Morris (Ray Stevenson) soll den wichtigsten Mann auf Erden beschützen. Doch Morris führt etwas anderes im Schilde.

In der Abgelegenheit der Wälder bereitet der Terrorist Hazar (Mehmet Kurtulus) mit seinen Männern den Abschuss des Flugzeugs vor. Vor dem fatalen Crash wird der Präsident in einer Rettungskapsel aus dem Flugzeug geschleudert und landet vor den Füßen des verdutzten Oskari, der die Kapsel für ein UFO hält. Die beiden freunden sich an, aber Oskari macht sich erst einmal auf den Weg, einen Hirsch zu erlegen. Der Junge kann den Bogen aber nicht weit genug spannen, um solch ein Tier zu schießen, geschweige denn Morris oder einen von Hazars Killern, die ihnen auf den Fersen sind. Aber der Junge kennt die Wildnis und ist gewillt, alles zu tun, um Bill zu schützen.

Pure Ironie

In „Big Game“ werden nicht nur die bereits genannten Filme auf die Schippe genommen, sondern auch unter anderem „In the Line of Fire“, „Indiana Jones and the Kingdom of the Crystal Skull“, „First Blood“ oder „E.T.“. Die parodistischen Einlagen werden allerdings nicht nur eingesetzt, um dem Zuschauer die Lachmuskeln zu therapieren, sondern um diese ironische Geschichte mit bekannten Elementen zu erzählen.

Natürlich wirkt das Gezeigte komisch und funktioniert sogar als Actionfilm einer anderen Art, in dem ein Junge auf seine ganz speziell arrogante Manier dem Präsidenten zeigen will, dass er Manns genug ist, ihn gegen brutale Terroristen zu verteidigen. Moore dagegen ist ein Weichei, der nicht mal mit einem Maschinengewehr schießen kann, sich aber als harter Kerl geben kann, wenn die Umstände es verlangen. Zusammen sind sie stark und überraschen nicht nur die Ganoven.

In Nebenrollen sind Victor Garber als Vizepräsident, Felicity Huffman als CIA-Direktorin und Jim Broadbent als CIA-Agent Herbert zu sehen.