LUXEMBURG/ DIEKIRCH
CORDELIA CHATON

„Brasserie de Luxembourg“ in Diekirch setzt auf Verkaufsstrategie mit wenig bis null Alkohol

Die „Brasserie de Luxembourg“, die seit zwei Jahren zur AB InBev Gruppe gehört, setzt verstärkt auf Getränke mit einem geringen Gehalt an Alkohol respektive auf alkoholfreie Sorten. Das gab Landesmanager Arnold Blondeel am Mittwoch der Presse bekannt.

AB InBev ist der größte Brauereikonzern der Welt, mit etwa 200.000 Mitarbeitern und Vertrieb in über hundert Ländern. Zum Bierriesen mit Sitz in Belgien gehören Marken wie Beck’s, Budweiser, Corona, Stella Artois oder Leffe. Im August diesen Jahres hatte AB InBev für 94 Milliarden den Konkurrenten SAB Miller übernommen, vor gut einem Monat die Brauerei „Bosteels“ in Belgien.

Neben den weltweit vertriebenen Marken setzt der Konzern auf eine lokale Strategie mit heimischen Marken, die auf den Geschmack eines Landes ausgerichtet sind. In Luxemburg soll die Marke Mousel-Diekirch stärker entwickelt werden. „Derzeit gibt es rund 400 Verkaufsstätten, an denen Kunden diese Sorten erhalten“, erklärt Blondeel.

Spezialbiere bewerben

Er will den Markt für gering oder nicht alkoholisierte Getränke entwickeln. Das geschieht nicht nur durch lokale Erzeugnisse wie eine neue Radler-Sorte, sondern auch durch eine vom Konzern unterstützte Strategie, die Konsumenten vor zu viel Alkoholkonsum warnen will. Darein investiert AB InBev rund eine Million Dollar weltweit. Letztlich greift der Bierkonzern damit vor allem den Weinmarkt an. Blondeel sieht große Wachstumschancen in diesem Segment in Luxemburg.

Darüber hinaus bewirbt der Konzern lokale Spezialbiere wie das „Diekirch Grand Cru“ oder das „Diekirch Weihnachtsbier“. Bier der Marke „Mousel“ produziert der Konzern zwar noch, bewirbt es aber nicht explizit. Im Frühjahr 2018 will AB InBev die neue Brauerei eröffnen, die derzeit in Diekirch auf einem Drittel des bisherigen Firmengeländes entsteht. Die verbleibenden zwei Drittel - rund 40.000 m² - werden von Saphir Capital Partners bebaut. In der 25 Millionen Euro teuren neuen Brauerei soll es auch eine Besichtigung des Brauprozesses geben. Alle 64 Mitarbeiter sollen bleiben.