LUXEMBURG
LIZ MIKOS

Dieses Jahr gab es zum ersten Mal ein FIRST Team aus Luxemburg

FIRST Global ist eine amerikanische Vereinigung, die es sich zur Aufgabe macht junge Leute über STEEM (science, technology, engineering and mathematics) aufzuklären - sie für diese Fächer zu sensibilisieren und zu begeistern. Jährlich versuchen sie so viele internationale Teams wie möglich - bestehend aus jeweils fünf Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren - zusammenzutrommeln. In diesem Jahr waren es insgesamt 189, darunter auch eins aus dem Großherzogtum. Um dies zu ermöglichen hat sich „Make it“ mit SCRIPT, dem „Service de coordination de la recherche et de l’innovation pédagogiques et technologiques“, zusammengetan und einen eigenen Wettbewerb ins Leben gerufen, um dieses Team aufzustellen. 37 Jugendliche hatten sich der „Luxembourg Robotics Youth Challenge“ (LYRC) angenommen, doch nur fünf konnten am Ende an ihrem Roboter arbeiten und diesen in Dubai präsentieren. Auch für das kommende Jahr kann man sich unter www.lyrc.lu schon für den Wettbewerb zur Teamaufstellung anmelden. Die letzten Jahre, hat sich die FIRST Global Challenge vorwiegend mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit auseinandergesetzt - Thema in diesem Jahr war „ocean opportunities“. Der Roboter musste Partikel, in diesem Fall Bälle unterschiedlicher Größen, einsammeln und auf verschiedenen Ebenen platzieren. Wie der genaue Ablauf war, erzählen die Jugendlichen im Interview.

Wie seid ihr darauf gekommen, an diesen Wettbewerben teilzunehmen?

Félix Gasiaux Ich wurde von Freunden gefragt, ob ich nicht Lust hätte, mit ihnen teilzunehmen, also haben wir alle zusammen beschlossen, unser Glück bei der Luxembourg Robotics Youth Challenge zu versuchen. Ich dachte: „Warum nicht?“. Es war eine coole Möglichkeit, Neues zu lernen und auch neue Leute kennenzulernen. Die LYRC war die Voraussetzung, um mit nach Dubai zu können. Hier mussten wir eine ähnliche, aber einfachere Challenge meistern, bevor wir dann ins Team gewählt wurden.

Könnt ihr kurz den Ablauf der Dinge in Dubai erklären?

Quentin Chambon Als wir angekommen sind, war unsere Woche eigentlich schon durchgeplant. Wir hatten aber einen freien Tag - der erste Tag - an dem wir Dubai noch besichtigt haben, was sehr cool war. Am zweiten Tag ging es dann schon in die Arena, wo auch die Wettbewerbe stattfanden. Hier konnten wir noch weiter an und mit unserem Roboter arbeiten und die Teams kennenlernen, die schon da waren. An den letzten drei Tagen fand der Wettbewerb statt.

Was sind die Eigenschaften des Roboters, mit dem ihr angetreten seid?

Mauro Quintas Unser Roboter heißt Lënsi: Eine Kombination aus „linsi“ - was für „linear slide“ steht - und dem luxemburgischen „ë“. Das „linear slide“ ist, was unseren Roboter ausmacht. Er hat vier Reifen, kann also fahren, und vorne hat er zwei Greifer, mit denen er die jeweiligen Bälle einsammeln konnte. Außerdem ist er direktional, das heißt, er kann in alle möglichen Richtungen fahren, so wie wir es gerade wollen. Worauf wir aber besonders stolz sind, ist der eingebaute Lift. Dieser hat durch die vielen Berechnungen sehr viel Zeit in Anspruch genommen, war aber praktisch, um die Bälle auf die verschiedenen Ebenen zu bekommen. Andere Teams hatten zwar auch ähnliche Ideen, aber arbeiteten mit einem fixierten Winkel. Da hat unser Roboter deutlich mehr Flexibilität.

Was muss man an Vorwissen mitbringen, um an Robotern zu arbeiten?

Atreyam Leo Sharma Man sollte schon ein Grundwissen an Physik und technischem Wissen mitbringen, also wissen, wie man Dinge baut, aber auch wie man dabei vorgehen muss. Eine gewisse Voraussicht, damit man weiß, was passiert, nachdem man etwas gebaut hat, ist natürlich auch von Vorteil. Was das Programmieren angeht, hatten wir aber weniger Schwierigkeiten, da wir einen sehr guten Programmierer hatten. Da der finale Code erst stand, als wir den Roboter fertig hatten, ging das alles Hand in Hand.

Was bereitete euch am Bau von „Lënsi“ und an der Challenge besonders viel Freude?

Leo Obwohl es auch stressig war, machte eigentlich die ganze Prozedur Spaß. Wir wollten Spiel und Spaß mit der Arbeit am Roboter kombinieren, so dass wir uns auch mal auflockern konnten, was uns sehr geholfen hat, um immer wieder auf neue Ideen oder Konzepte zu kommen. Das wurde auch in Dubai fortgeführt. Manchmal haben wir uns einfach abends mit anderen Teams zusammengefunden, haben Videospiele gespielt, und dann am nächsten Tag sind wir mit ihnen oder gegen sie in der Arena angetreten. Die
Atmosphäre war also insgesamt sehr spaßig. Die Challenge wurde ja auch „coopetition“ genannt - ein Mix aus „cooperation“ und „competition“. Ich finde, das fasst die gesamte Arbeit am Roboter ganz gut zusammen.

Was war für euch der beste Moment des Wettbewerbs?

Henri Ahola Die besten Momente waren wahrscheinlich unsere Siege während der Kompetition, allem voran der, als wir gegen China gewonnen haben. Alle Matches verliefen nach demselben Prinzip: Wir spielten jeweils in Gruppen von drei Teams, die dann als „Allianz“ bezeichnet wurden. Jedes Mal, als unsere Allianz gewonnen hat, war natürlich ein schöner Moment, aber ich muss ehrlich gestehen, dass der wohl schönste Moment war, als wir gegen die Allianz mit China gewonnen haben - die waren echt gut!